Heldenburg-Zufahrt wird erst 2018 fertig

Stützmauer für die Zufahrt zu Heldenburg und Burgschänke in Salzderhelden.

Weil die die Angebote für den zweiten Bauabschnitt für die Zufahrt zur Heldenburg in Salzderhelden erheblich über den veranschlagten Kosten lagen, verzögert sich die Fertigstellung. Wie die Stadtverwaltung mitteilt (PM_Salzderhelden_31052017), lässt sie den Zeitplan durch das beauftragte Ingenieurbüro jetzt überarbeiten und führt im Winter 2017/2018 ein neues Vergabeverfahren durch. Die Zufahrt zur Heldenburg und zur Burgschänke sei aber weiterhin problemlos möglich und gewährleistet, betont Bauamtsleiter Frithjof Look in einer Pressemitteilung von gestern Abend. Die Bauarbeiten für den ersten Bauabschnitt waren Ende 2016 termingerecht fertiggestellt worden. Planmäßig wurde im Frühjahr der zweite Bauabschnitt öffentlich ausgeschrieben. Bei der am 23. Mai stattgefundenen Submission haben sich insgesamt zwei Firmen beteiligt, informiert Look. „Die eingegangenen Angebote haben die für den zweiten Bauabschnitt veranschlagten Kosten erheblich übertroffen, sodass die Finanzierung der Maßnahme nicht mehr gesichert ist und eine Auftragsvergabe daher nicht durchgeführt werden kann.“ Um wie viel höher dien Angebote lagen, sagte Look nicht. Die Kostenschätzung der Stadtverwaltung und des Ingenieurbüros seien sorgfältig gewesen. Gleichwohl zeige bereits die geringe Beteiligung von Firmen an der Ausschreibung, dass diese aufgrund der konjunkturellen Lage volle Auftragsbücher haben, erklärte der Bauamtsleiter. In Abstimmung mit dem Land Niedersachsen (50-prozentiger Kostenträger der Baumaßnahme) sowie dem Rechnungsprüfungsamt des Landkreise Northeim wird das förmliche Vergabeverfahren aufgehoben, da die Angebote unangemessen hohe Preise enthalten und somit den Ausschreibungsbedingen nicht entsprechen.

Nachtrag 02.06.2017: Die Sanierungsarbeiten an einem beschädigten anderen Teilstück der Stützmauer in Salzderhelden, nämlich im Bereich Heldenberger Straße, sind laut Mitteilung der Stadt Einbeck (PM_Salzderhelden_01062017) abgeschlossen, die Gefahr ist beseitigt. Die seit Ende Dezember 2016 teilweise gesperrte Heldenberger Straße ist ab sofort wieder für den Verkehr frei.

Salzderheldener Stahlbeton-Stützkonstruktion

(c) fb Frank Bertram

Armin Hinkelmann, Thomas Kreykenbohm, Bernd Grundmann, Frithjof Look, Willi Teutsch, Alexander Schneider, Heinz-Hermann Wolper, Carola Schneider, Dirk Heitmüller.

Die Salzderheldener Heldenburg und die „Burgschänke“ sind wieder für Pkw- und Schwerlastverkehr erreichbar, der erste Bauabschnitt der neuen Stützmauer für die Zufahrt ist nach einer Bauzeit von 13 Wochen termingerecht fertiggestellt worden. Ein Teil der Stützmauer war im Oktober 2015 aus weiterhin unbekannten Gründen eingestürzt, die Zufahrtböschung weggerutscht. Über die Art der dauerhaften Erneuerung war zwischenzeitlich diskutiert worden, nachdem Notmaßnahmen ergriffen worden waren. Letztlich haben sich die Stadt Einbeck und das Land Niedersachsen, deren gemeinsame Baumaßnahme das ist, für eine Stahlbeton-Stützkonstruktion entschieden. Die Kosten blieben bislang im Rahmen von 230.000 Euro für den ersten Bauabschnitt, die Summe teilen sich Stadt und Land. Nach der Winterpause soll die Erneuerung der Stützmauer dann bis Oktober 2017 abgeschlossen werden. Eigentümer Armin Hinkelmann, „Burgschänke“-Pächter Carola und Alexander Schneider sowie Salzderheldens Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller bedankten sich bei der Stadtverwaltung für eine zugesagte, planmäßige Umsetzung. Rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft ist die Zufahrt zur Gastronomie jetzt wieder ohne (Tonnagen-) Einschränkungen für Besucher-Pkw frei. Auch die Teilsanierung der Heldenburg (Zugangstreppe, Mauern, Turm), die unterbrochen werden musste, kann jetzt wieder fortgesetzt werden.

Im ersten Bauabschnitt wurden die provisorisch eingebauten Gabionen schrittweise entfernt, die Böschung wurde mit sieben bis acht Meter langen Verpresspfählen und bewehrtem Spritzbeton gesichert. Der zweite Bauabschnitt sieht 2017 vor, nachdem die provisorische Absturzsicherung entfernt worden ist, die eigentliche Stahlbetonwand als Stützmauer in einer Dicke von 40 Zentimeter herzustellen. Die Betonoberfläche wird aus ästhetischen Gründen farblich an das bestehende Teilstück der verbliebenen Natursteinmauer angepasst. Außerdem sollen Versorgungsleitungen erneuert und eine trockene Steigleitung für Feuerlöschzwecke innerhalb der Zufahrt verlegt werden. Ein zehn Meter langes Teilstück der Natursteinmauer wird abgerissen, um eine breitere Zufahrt über die gesamte Länge möglich zu machen. Die Zufahrt wird komplett asphaltiert. Der Ortsrat Salzderhelden überlegt, ob er aus eigenen Mitteln im nächsten Jahr im Zuge der ohnehin stattfindenden Bauarbeiten den Parkplatz der Burg und der „Burgschänke“ auf dem Burgplatz erneuern lässt.

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Salzderheldener Stützmauer: Sanierung startet

Die Ampel steht, die Bauarbeiten haben begonnen.

Die Ampel steht, die Bauarbeiten zu Füßen der Heldenburg haben begonnen.

Die Baustelle ist eingerichtet, es kann losgehen, zu Füßen der Heldenburg und der „Burgschänke“ in Salzderhelden regelt jetzt auf der Einbecker Straße eine Ampel den Verkehr für eine Fahrspur. Bis Ende November soll nach einer Mitteilung der Stadt Einbeck der erste Teil der Stützmauer-Sanierung erledigt werden; der Rest folgt im nächsten Jahr. Ein Teil der Mauer für die Zufahrt war im Oktober vergangenen Jahres unvermittelt eingestürzt (warum ist bislang noch nicht kommuniziert worden, zumindest nicht öffentlich), seitdem stützen Gabionen die Zuwegung zu Burg und „Burgschänke“. Über die Art und Weise, wie die Sanierung erfolgen soll, wurde ausführlich diskutiert. Als künftige Stützkonstruktion ist nun eine Stahlbetonwand mit Rückverankerung vorgesehen.

Laut Bauamtsleiter Frithjof Look sind bislang Kosten in Höhe von rund 330.000 Euro entstanden. Dazu zählen die Sicherungs- und Aufräumarbeiten beim Einsturz, das Bodengutachten nebst Laboruntersuchungen des Erdbefundes, die Ingenieurleistungen und die aktuellen Baumaßnahmen. Die Kosten werden je zur Hälfte vom Land Niedersachsen (Eigentümerin der Burg) und von der Stadt Einbeck getragen.

Beim ersten Bauabschnitt werden die an der Einsturzstelle provisorisch eingebauten Gabionen schrittweise zurück gebaut. Die Böschung wird zwischenzeitlich durch Verpresspfähle sowie mit bewehrtem Spritzbeton gesichert. Der dadurch entstehende Baugruben- und Böschungsbereich wird anschließend mit unbewehrtem Beton aufgefüllt und ebenfalls an die
Verpresspfähle angehängt. Die eigentliche Stahlbetonwand folgt im zweiten Bauabschnitt (Mai/Juni bis Juli/August 2017). Zwischen den Bauabschnitten werden die Arbeiten an der Heldenburg durch das Land Niedersachsen weitergeführt, teilt die Stadt Einbeck mit. Diese Arbeiten mussten zwischenzeitlich ruhen.

Pkw können die Zufahrt zur Burg und zur “Burgschänke“ während des ersten Bauabschnitts weitestgehend nutzen. Danach kann auch wieder der Schwerverkehr die Zufahrt befahren. In der Ortsdurchfahrt Einbecker Straße (K 524) wird der Verkehr im Baustellenabschnitt unter halbseitiger Sperrung mit einer Ampel geführt. Die Salinen- und Bäckerstraße wird durch eine Absperrung getrennt und jeweils zur Sackgasse gemacht, sodass Schleichverkehre verhindert werden. Diese waren von Anliegern bei den Sicherungsbauarbeiten im vergangenen Herbst kritisiert worden.

Gabionen sichern bislang die Zufahrt, nachdem ein Teil der Stützmauer aus bislang ungeklärter Ursache im Oktober 2015 eingestürzt war.

Eine Gabionen-Mauer sichert bislang die Zufahrt, nachdem ein Teil der Stützmauer für die Zufahrt zur Heldenburg in Salzderhelden aus bislang ungeklärter Ursache im Oktober 2015 eingestürzt war.

Mauer-Meisterleistung?

Drahtkörbe, gefüllt mit Steinen, so genannte Gabionen, stützen jetzt Zufahrt und Hang.

Drahtkörbe, gefüllt mit Steinen, so genannte Gabionen, stützen Zufahrt und Hang. Archivfoto

Deutsche Ingenieurskunst wird ja zu Recht gelobt und geschätzt – in den meisten Fällen jedenfalls. Wer sich allerdings die Unterlagen für die nächste Sitzung des Ortsrates Salzderhelden durchliest (4. April, 19 Uhr, Gemeinschaftsraum Bahnhofsgebäude), wird sich beim Tagesordnungspunkt „Neubau eines Teilstücks der Stützmauer an der Zufahrt zur Heldenburg“ mehrere Fragen stellen. Ob da jemand seine Meisterarbeit erbringen will? Ob es nicht vielleicht auch eine Nummer kleiner (und damit vor allem schneller) geht? Ob es nicht doch eine Alternative gibt? Ich tue das jedenfalls, wenn ich dort lese, dass drei (!) Ingenieurbüros Alternativlösungen zu einer gutachterlich empfohlenen Bohrträgerbohlwand ausarbeiten sollen. Das wird Wochen dauern. Die Begründung klingt zwar stichhaltig (für die Bohlwand-Bauarbeiten müssten die Straße gesperrt werden, für wie lange steht leider nicht in der Vorlage), und jeder Tag ohne Zufahrt zur Heldenburg ist ein schlechter Tag nicht allein für die Burgruine (und ihre geplante Nutzung durch Veranstaltungen des Fördervereins beispielsweise), sondern vor allem eine schlechte Zeit für die Pächter der Gaststätte „Burgschänke“. Im Oktober 2015 war ein Teilabschnitt der Stützwand der Heldenburg-Zufahrt unvermittelt eingestürzt, die Ursache ist bis heute unklar – und sie muss noch geklärt werden, wie ich nach wie vor finde. Die Burganlagen-Zufahrt und die Einbecker Straße mussten im Oktober einige Tage gesperrt werden, provisorisch wurde eine so genannte Gabionen-Sicherungsmauer gebaut, um die Zufahrt wieder gewährleisten zu können. Jetzt geht es um eine dauerhafte Lösung. Die kann aber bitte nicht darin bestehen, monatelang zu planen, ein Gutachten nach dem nächsten in Auftrag zu geben – um am Ende im schlimmsten Falle zu dem Ergebnis zu kommen, dass es ohne Sperrung doch nicht gehen wird. Von Kosten für alles dies will ich gar nicht reden.

Nachtrag 06.04.2016: Bauamtsleiter Frithjof Look hat jetzt in einer umfangreichen Pressemitteilung (PM_Mauer Salzderhelden_05042016) u.a. begründet, warum die Stadt Einbeck so vorgeht. Momentan seien drei Ingenieurbüros aufgefordert, bis zum 15. April 2016 ein Honorarangebot für Ingenieurleistungen abzugeben, um Alternativlösungen für die
empfohlene Bohrträgerbohlwand auszuarbeiten, bei denen die Straße und die Zufahrt genutzt werden können. „Kosten entstehen hierfür nicht“, schreibt Look. Nein, der Stadt Einbeck sicherlich nicht, aber wenigstens zwei Ingenieurbüros erbringen ihre Leistungen für das Angebot, ohne dass sie am Ende einen Auftrag erhalten werden; ihnen entstehen Kosten. Laut Look ist es vorgeschrieben, für freiberufliche Leistungen drei geeignete Bieter zur Abgabe von Angeboten aufzufordern. Nach Prüfung und Auswertung der Honorarangebote sollen die Ingenieurleistungen kurzfristig beauftragt werden, heißt es. Die „eigentliche Ausführungsplanung“ dauere dann noch mal vier bis fünf Wochen, schreibt Look. Wie lange die konkreten Bauarbeiten voraussichtlich dauern werden, schreibt er nicht. Ich schreibe dann jedenfalls schon Juni…

Nachtrag 12.04.2016: Der Ortsrat Salzderhelden hat in seiner jüngsten Sitzung die Ungewissheit bei den Planungen kritisiert. Laut Protokoll hat Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller (SPD) bemängelt, dass zurzeit niemand wisse, wann die Baumaßnahmen abgeschlossen sein werden. Er gehe davon aus, dass diese nicht mehr in diesem Jahr beendet werden könnten. Heitmüller hat dem Sitzungsprotokoll zufolge darauf hingewiesen, dass sowohl der Besitzer als auch der Betreiber der „Burgschänke“ auf einen Zeitplan warteten, der ihnen eine längerfristige Planung ermögliche.

Nachtrag 24.06.2016: Im Ortsrat Salzderhelden hat es laut Protokoll während der jüngsten Sitzung neue Informationen zu der Thematik gegeben (auch hier nachzulesen). Die Planung wurde an das Ingenieurbüro Dr. Borg (Hildesheim) vergeben. Nach Abschluss des Vergabeverfahrens ist vorgesehen, die Bauleistungen bis Ende Juli zu vergeben. Da lag ich mit meiner Zeitschätzung (siehe oben) gar nicht so daneben… Die Baumaßnahme soll wegen der bis zum Eintreten der Winterperiode nur noch verbleibenden Bauzeit in zwei Abschnitten durchgeführt werden. Anfang August sollen die Betonarbeiten starten und im ersten Abschnitt bis spätestens Ende November abgeschlossen sein. Die Zufahrt (Straßenbau- und Nebenarbeiten) sollen dann zwischen März/ April und Mai/Juni 2017 hergestellt werden. Als Bauweise wird eine Stahlbetonwand mit Rückverankerung realisiert. Dadurch können während der Bauarbeiten sowohl die Einbecker Straße (K 524) als auch die Zufahrt zur Burganlage genutzt werden. Die an der Einsturzstelle im vergangenen Herbst als vorübergehende Sicherung eingebauten Gabionen werden schrittweise entfernt, die Böschung durch so genannte Verpresspfähle und bewehrtem Spritzbeton gesichert. Die Zufahrt zu Burg und Burgschänke wird im unteren Abschnitt aufgeweitet. Dafür muss eine Natursteinmauer dort auf einer Länge von etwa zehn Metern abgerissen werden. Zur Sicherung werden dort wieder Gabionen eingebaut.

Heldenburg: Neues über alte Mauern

Mit einer interessanten Stellungnahme hat sich heute der Förderverein Heldenburg Salzderhelden bei Facebook zu Wort gemeldet. Interessant vor allem, weil es seit der provisorischen Abstützung der im Oktober eingestürzten Zufahrt-Mauer so gut wie keine Informationen mehr zu dem Thema gegeben hatte.

Bauarbeiten im WinterschlafIm Frühjahr 2015 war die frohe Kunde zu vernehmen, dass das Land Niedersachsen einen…

Posted by Heldenburg Salzderhelden on Sonntag, 21. Februar 2016

 

Wie der Förderverein bei Facebook schreibt, seien die Untersuchungen des Mauerwerks weitgehend abgeschlossen. 2016 soll getestet werden, wie der Verfall am Besten zu stoppen ist. Es sei müßig darüber zu diskutieren, ob die Bauarbeiten für die neuen Treppenzugang-Stufen ein Grund für den Einsturz der Mauer gewesen seien, schreibt der Förderverein. Denn im Frühjahr 2015 seien ja auch z.B. die Kastanien oberhalb der Mauer gefällt worden, die nun kein Wasser mehr aus dem Boden ziehen. Stadt und Land, denen die Auffahrt zu je 50 Prozent gehört, seien seit 30 Jahren keinerlei Verkehrssicherungspflicht nachgekommen. Wiederholt habe der Förderverein Heldenburg bei Ortsterminen auf die Spurrillen in der Auffahrt und die Ausbeulung der Mauer hingewiesen. Die Auffahrt habe jahrelang dem Lieferverkehr der Burgschänke und dem Baustellenverkehr standgehalten: bei der Instandsetzung der Burg vor 30 Jahren, beim Einbau der Treppe in den Turm, bei den Ausgrabungen in der Kapelle, beim Einbau der Zwischendecke in die Kapelle sowie dem Bau der Toilettenanlage – immer wurde Material über die Auffahrt transportiert. Bis zum Oktober 2015.

Ich weiß nicht, ob es müßig ist, über die Ursachen zu sprechen. Ich habe schon nach dem Einsturz hier geschrieben, dass sobald die Zukunftslösungen klar sind, die Ursachensuche intensiviert werden muss. Da geht es schließlich unter Umständen auch um Haftungsfragen und Kostenübernahmen. Geld für die Sanierung der Mauer ist für dieses Jahr eingeplant im städtischen Haushalt. Die Bauarbeiten an der Auffahrt sollen im Frühjahr beginnen, schreibt der Förderverein heute. „Zwar handelte die Stadt Einbeck schnell, um wenigstens ein provisorisches Erreichen der Burgschänke zu ermöglichen – die eigentliche Arbeit liegt allerdings noch vor ihr.“ Dazu gehört auch die Ursachen-Suche.

Die neue Mauer

In der "Burgschänke" fand heute die außerordentliche Ortsratssitzung statt - vor großer Besucherkulisse.

In der „Burgschänke“ fand heute die außerordentliche Ortsratssitzung statt – vor großer Besucherkulisse.

Die Nachrichten war positive, die Zufriedenheit und das Lob daher allendhalben groß, der Diskussionsbedarf gering: Bei der 25-minütigen, außerordentlichen Ortsratssitzung in Salzderhelden konnte Einbecks Bauamtsleiter Frithjof Look am Abend vermelden, dass nach dem Abrutschen der Stützmauer an der Heldenburg-Zufahrt vorvergangenen Sonntag die Bauarbeiten der Sicherungsmaßnahmen am Freitag beendet werden können. Der Hang ist aktuell mit einer Gabionen-Mauer abgestützt worden, also mit Drahtkörben, die mit Steinen gefüllt werden. Der Verkehr auf der Einbecker Straße und damit auf der Salzderheldener Ortsdurchfahrt wird am Wochenende wieder fließen können – und zwar ohne Beeinträchtigungen, eine einspurige Verkehrsführung mit Ampelschaltung, wie ursprünglich vermutet, ist laut Look doch nicht notwendig. Innerhalb der nächsten zwei Wochen werde auch wieder möglich sein, die Zufahrt zur Heldenburg und damit auch zur „Burgschänke“ mit Pkw zu nutzen. Wie es perspektivisch mit Mauer, Hang und Zufahrt weiter geht, werde ein für den 3.November angesetztes Gespräch mit Vertretern des Landes Niedersachsen ergeben, sagte der Bauamtschef. Das Land ist Eigentümerin der Heldenburg. Die Stadt Einbeck jedenfalls sei an einem zügigen Verfahren interessiert, allerdings seien der kommende Winter und die Planungs- und Ausschreibungszeiträume nur schwerlich zurzeit kalkulierbar. Ein Zeitplan lasse sich daher aktuell nicht nennen, sagte Look. Wie Tiefbauamtsleiter Thomas Kreykenbohm ergänzte, müsse das Bodengefüge noch geprüft und die Statik weiter erkundet werden, erst dann lasse sich sagen, wie eine dauerhafte Lösung aussehen könne. Bei einer neuen Stützmauer werde dann die Zufahrt auch wieder mit 7,5-Tonnen-Transportern befahren werden können, aber erst dann.

Am Freitag sollen die Bauarbeiten an der vorübergehenden Gabionen-Stützmauer abgeschlossen sein.

Am Freitag sollen die Bauarbeiten an der vorübergehenden Gabionen-Stützmauer abgeschlossen sein.

Großes Lob bekam das Rathaus von Dr. Reinhard Binder (FDP), die Lösung des Bauamtes sei mittelfristig tragbar, damit könne der Ort der Heldenburg und auch die Gaststätte leben. „Danke, dass es so schnell gegangen ist“, sagte auch Jörg Brödner (CDU). Dass die Stadtverwaltung richtig und so schnell gehandelt habe, das sei ihr Job, meinte Klaus Haendel (SPD). Dafür sei imgrunde kein Extra-Treffen des Ortsrates notwendig gewesen. Ortsbürgermeister Dirk Heitmüller (SPD) verteidigte die außerordentliche Sitzung, sie sei sicherlich auch dem ersten Schrecken geschuldet. Das öffentliche Interesse sei bei dem Thema aber da, das zeige die Besucherresonanz in der bis auf den letzten Platz besetzten „Burgschänke“. Und wenn es nicht wie geschehen so optimal in der Verwaltung gelaufen wäre, hätte man von der Sitzung eine Botschaft senden können.

Schade, dass einige trotzdem nicht widerstehen konnten, die Sitzung für Scharmützel zu nutzen. FDP-Mann Dr. Reinhard Binder zweifelte erst die ordnungsgemäße Ladung zur Sitzung an, dann mäkelte er an der Dringlichkeit und überhaupt am Antrag von Jörg Brödner (CDU) zur Bäckerstraße herum, die viele Autofahrer mit hohem Tempo als Schleichweg missbraucht hatten. Brödner wollte geregelt wissen, dass für die enge Ortsstraße von der Verwaltung in Zukunft entsprechende verkehrsberuhigende Maßnahmen veranlasst werden, wenn wieder an der Mauer gearbeitet werde und die Einbecker Straße gesperrt werden muss. Was der Ortsrat am Ende auch mit großer Mehrheit so sah. Nur Dr. Binder nicht: Man sei „nicht der Ortsrat der Bäckerstraße“, wie der Verkehr dort zu regeln sei bei Bauarbeiten, das sei Aufgabe der Verwaltung.

Wie schon gesagt: Was die lokalste Lokalpolitik überhaupt nicht braucht, sind solche parteipolitischen und formalistischen Diskussionen, die heute im Ortsrat wesentliche Zeit der 25 Minuten Dauer einnahmen. Ihre Energie sollten sich einige dafür aufsparen, wenn später einmal nach der Ursachensuche darüber debattiert wird, wie das überhaupt passieren konnte mit dem Mauerfall…

Nachtrag 03.11.2015: Wie Bauamtsleiter Frithjof Look am Nachmittag per Presseinformation (Pressemitteilung_Salzderhelden_3) mitteilte, ist ab sofort die Zufahrt zur „Burgschänke“ für Pkw bis 2,5 Tonnen gewährleistet. Die Verwaltung sei jetzt bemüht, gemeinsam mit dem Land Niedersachsen zügig eine Lösung zum Wiederaufbau der Stützmauer zu erarbeiten. Look: „Wir werden über weitere Ergebnisse den Ortsrat, die politischen Gremien und die Pächter der „Burgschänke“ informieren.“

Drahtkörbe, gefüllt mit Steinen, so genannte Gabionen, stützen jetzt Zufahrt und Hang.

Drahtkörbe, gefüllt mit Steinen, so genannte Gabionen, stützen jetzt Zufahrt und Hang zur Heldenburg in Salzderhelden.

Die Mauer

Aufnahme vom 21.10.2015

Aufnahme vom 21.10.2015

Ohrenzeugen berichten von einem lauten Krachen. Dann lagen mehrere Meter der Stützmauer für die Zufahrt zur Salzderheldener Heldenburg auf der Straße, waren die Mauer am Sonntag eingestürzt, die Steine inklusive Zaun, Laterne und Rohren abgestürzt. Gottlob ist niemand dabei verletzt worden und zu Schaden gekommen. Und dennoch gibt es einen Schaden: Für die Gastronomie auf der Heldenburg ist eine Zufahrt wichtig, existenziell. Vor allem im jetzt beginnenden Vorweihnachtsgeschäft. Die „Burgschänke“ ist aktuell ausschließlich zu Fuß erreichbar. „Für den Pächter ist das eine unglückliche Situation, dessen sind wir uns bewusst“, sagte mir heute Frithjof Look, der Einbecker Bauamtsleiter. Die Stadt werde ihn ebenso wie die Politik fortlaufend informieren, wie es weitergehe. Durch den geplanten zusätzlichen Abtrag von Erde an der Einsturzstelle zur Stabilisierung des Hanges könne die Stadt aber vorerst keinen Autoverkehr auf der Zufahrt zulassen. Die Stadt Einbeck will zügig den Gehweg, über den die „Burgschänke“ zu erreichen ist, beleuchten und so den Vorschlag des Pächters umsetzen. Rettungs- und Feuerwehrfahrzeuge können die Burg derzeit nicht anfahren. Auch die seit Sommer laufenden Sanierungsarbeiten des Landes Niedersachsen auf der aus dem 13. Jahrhundert stammenden Heldenburg ruhen. Das Land Niedersachsen ist Eigentümerin der Heldenburg.

Kommende Woche findet zu dem Thema eine außerordentliche Ortsratssitzung in Salzderhelden statt. Das Treffen ist für den 29. Oktober um 19 Uhr direkt in der „Burgschänke“ terminiert. Was die lokalste aller Lokalpolitik jetzt ganz sicher nicht benötigt, ist Parteipolitik, wie sie in einer Pressemitteilung des FDP-Ortsratsmitglieds Dr. Reinhard Binder heute anklingt (Wortlaut: FDP 211015 Burgmauer Salzderhelden). Niemand braucht bei diesem Thema Streit untereinander und Schuldzuweisungen. Die Menschen wollen Lösungen, die direkt Betroffenen brauchen Zukunftsoptionen. Die eine Zufahrt zur Heldenburg wieder ermöglichen. Ideen gibt es. Dabei ist aber ein wenig Flexibilität von mehreren Beteiligten gefragt. In Abstimmung mit dem Land Niedersachsen arbeitet die Stadt „zügig“ an Bauplänen zum Wiederaufbau der Mauer, wie mir der Bauamtsleiter heute erklärte und auch am Abend in einer Pressemitteilung verbreitete (Wortlaut: Pressemitteilung_Salzderhelden_1). Look: „Dieses wird jedoch Zeit brauchen.“ Baumaßnahmen müssen ausgeschrieben werden. Keine Frage. Vielleicht tun es aber auch praktikable Übergangslösungen.

Und wenn die Zukunftslösungen klar sind, kann und muss danach auch die Ursachensuche intensiviert werden, aber erst dann. Dabei wird zu fragen sein, wie eine solche Mauer einfach so einstürzen kann. Welche Belastungen den Absturz der Mauer ausgelöst oder mindestens befördert haben könnten. Und was unter Umständen der sprichwörtliche Wassertropfen war, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat. Auch hier geht es nicht darum, billige Schuldzuweisungen zu verteilen und „Ich habe es ja schon immer vorher gewusst“-Aussagen. Es geht schlicht um Verantwortung (und damit auch um die Frage, wer für den Schaden aufkommt). Bereits Anfang Oktober waren Vertreter der Stadt Einbeck und des Staatlichen Baumanagements Südniedersachsen vor Ort, um die Mauer zu begutachten. Risse seien zu sehen gewesen, auch Auswölbungen heißt es. Nach dem Ortstermin sind ein Gehweg zur Burg gesperrt und vor allem Sicherungsmaßnahmen ergriffen worden, um die Mauer vor eintretendem Niederschlagswasser zu schützen. Dafür wurde Beton und Asphalt auf die Mauerkrone und damit die Zufahrt aufgetragen, diese außerdem auf eine Pkw-Breite begrenzt. „Wir sind davon ausgegangen, dass das ausreichend ist“, sagt Frithjof Look.

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Nachtrag 22.10.2015: Heute teilt die Stadt Einbeck ergänzend mit (Pressemitteilung_Salzderhelden_2), dass die Baustelle zur Sicherung der Gefahrenstelle ab morgen, 23. Oktober, eingerichtet wird und die Sicherungsmaßnahmen selbst am kommenden Montag, 26. Oktober, beginnen werden. Ausdrücklich hat Bauamtsleiter Frithjof Look in seiner Mitteilung noch einmal darauf hingewiesen, dass die „Burgschänke“ über den vorhandenen Gehweg erreichbar sei und der Pächter über die weiteren Schritte informiert werde. Die Beleuchtung des Weges soll umgehend von einer Fachfirma wieder hergestellt werden.