Alleskönner gesucht

Ein guter Touristiker kann gleichzeitig ein guter Veranstaltungsmanager sein, oder anders herum. Kann. Muss aber nicht. Die Stadt Einbeck sucht jedenfalls jemanden, der beides können soll. Der alles kann, weil es nicht nur jemand sein soll, der Tourismus und die Organisation von Kulturveranstaltungen beherrscht. Praxiserfahrung soll er zusätzlich haben, bloß kein absoluter Berufsanfänger. Und sich dann für 30 Stunden pro Woche für Einbeck entscheiden. Zum nächstmöglichen Zeitpunkt sucht die Stadt Einbeck jedenfalls eine/n Sachgebietsleiter/in Tourismus und Kulturring (Stellensuche_Detailinformationen_8_6_2017). Bis die Aufgaben im Jahr 2010 an die damals neue Einbeck Marketing GmbH übertragen wurden, waren sie im Rathaus getrennt. Aus guten Gründen. Erst in der GmbH wurden beide Themenfelder vermischt, nicht zuletzt, weil häufig die Geschäftsführer wechselten und der damals einzig im Eicke’schen Haus Verbliebene das Boot während Vakanzen steuern und alle Themen im Blick haben musste. Seit Jahresbeginn 2017 gehören die Themen Tourismus und Kulturring wieder ins Rathaus, nachdem die Stadt als Mehrheitsgesellschafter bei der GmbH ausgeschieden ist. Und deshalb hätte sich jetzt die Möglichkeit geboten, die beiden Themen separat zu besetzen. Im Bereich Kulturring hätte sich vielleicht jemandem aus dem heutigen, erfahrenen Team eine gute Aufstiegsmöglichkeit geboten. Wobei ja die grundsätzliche Frage weiterhin im Raum steht, ob die Stadt angesichts der immer reichhaltiger werdenden Veranstalterszene in Einbeck überhaupt noch selbst Eventmanagement betreiben sollte. Und im Bereich Tourismus ist die Situation in Einbeck seit Eröffnung des großen Players PS-Speicher ohnehin eine andere als davor. Kooperationen und Verzahnungen sind hier dringend geboten, ohne indes den großen Player in der Stadt der Brau- und Fachwerkkunst übermächtig werden zu lassen. Die bisherige, kurze politische Diskussion über die heute veröffentlichte Stellenausschreibung war schon reichlich schräg: Im Kulturausschuss debattierten die Kommunalpolitiker, ohne den – damals noch vertraulichen – Ausschreibungstext zumindest offiziell zu kennen. Der Verwaltungsausschuss des Stadtrates hat sich vergangene Woche dann nach Mitteilung von Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek darauf verständigt, die Kompetenzen für Tourismus und Kultur als gleichwertig auszuschreiben. Bewerbungsschluss ist der 10. Juli. Seien wird mal gespannt, wer sich meldet.

Nachtrag 20.07.2017: Wie Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek heute auf meine Nachfrage aus dem Verwaltungsausschuss berichtete, sind mehr als 20 Bewerbungen eingegangen, die jetzt gesichtet werden. Anfang August sollen erste Bewerbungsgespräche stattfinden und der Personalausschuss in die Auswahl eingebunden werden. Die Stelle soll möglichst zum Oktober/November besetzt werden.

Personalbericht: 90 von 347 könnten bald in Rente gehen

Bei der Stadt Einbeck arbeiten 347 Mitarbeiter, davon sind 26 Beamte, 21 auf Lebenszeit. Kosten: 14,2 Millionen Euro, ein Drittel des Gesamthaushaltes. Das Verhältnis von 219 Frauen und 128 Männern täuscht, denn bei genauerer Analyse wird klar, dass je höher die Hierarchieebene wird, die Gleichberechtigung noch zu wünschen übrig lässt. Von den 171 in Teilzeit tätigen Mitarbeitern (49,3 Prozent) sind nur neun Männer. Diese und viele weitere interessante Zahlen finden sich im erstmals von der Stadt Einbeck für ihre Verwaltung vorgelegten Personalbericht, einer zusammenhängenden Darstellung von Personalkennzahlen sowie der Aktivitäten in der Personalentwicklung. Adressat des Berichts ist laut Rathaus-Personalchef Dr. Florian Schröder neben der Stadtverwaltung selbst und der Kommunalpolitik, die über den Rat der Stadt und seine Ausschüsse (Personal- und Verwaltungsausschuss) ein wichtiger Akteur für Personalthemen ist, die Öffentlichkeit: Die Stadt wünscht sich, dass die Bürger einen Einblick in Personalstruktur und -entwicklung ihrer Stadtverwaltung erhalten können, außerdem potenzielle Bewerber um freie Stellen oder Ausbildungsplätze. Das Rathaus hat den neunseitigen Bericht deshalb auf der Website der Stadt Einbeck veröffentlicht. Der Personalbericht mit Daten aus 2016 mit Stichtag 31. Dezember 2016 ist unterteilt in einen statistischen Abschnitt mit kommentierten Kennzahlen, einen allgemeinen Tätigkeitsbericht sowie einen Schwerpunkt-Bericht über ein Themenfeld, dem besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde. Alarmierend ist der Hinweis, dass in den nächsten drei Jahren 90 der 347 Mitarbeiter in den Ruhestand gehen könnten (mit 60 Jahren). Das Durchschnittsalter in der Verwaltung liegt bei 48,37 Jahren, beim Kommunalen Bauhof oder bei der Stadtentwässung gar über 50 Jahre. Die Zahl der absehbar nachzubesetzenden Stellen sei erheblich, selbst wenn nicht alle frei werdenden Stellen wieder besetzt werden, schreibt Schröder. „Ausbildung und Personal-Marketing müssen somit Schwerpunkte der Personal-Arbeit in den nächsten Jahren sein.“ Erste Lehre: 2016 konnten erstmals ausgelernte Nachwuchskräfte unbefristet übernommen werden, ohne dass bereits Stellenvakanzen bestanden. Verwaltung und Politik hätten die Zeichen der Zeit erkannt, richtigerweise qualifiziertes Personal dauerhaft zu binden, um für kurz- und mittelfristig ausscheidende Mitarbeiter eine nahtlose Nachfolge – idealerweise mit vorherigen Einarbeitung im „Tandem“ – zu gewährleisten, schreibt der für Personal zuständige Fachbereichsleiter. Nachholbedarf sieht er auch in der interkulturellen Kompetenz in der Stadtverwaltung: Einzig zwei Mitarbeiter haben eine nicht-deutsche Staatsangehörigkeit. Tatsächlich seien zwar mehr Mitarbeiter mit ausländischen Wurzeln bei der Stadt Einbeck tätig, die Zahl mache allerdings deutlich, dass noch erheblicher Nachholbedarf bestehe, der bei der Personalakquise künftig zu berücksichtigen sein werde, erklärt Dr. Florian Schröder. Mitarbeiter mit Migrationshintergrund könnten an vielen Stellen des Arbeitsalltags die Kommunikation mit der Kundschaft erleichtern. Außerdem sollte der „öffentliche Dienst“ die Bevölkerung widerspiegeln.

Nachtrag 18.05.2017: Großes Lob im Stadtrat für den vorgelegten Personalbericht. „Lesenswert, transparent gemacht, das ist der richtige Weg“, sagte CDU-Fraktionschef Dirk Ebrecht. „Ausgezeichnet“ sei der Bericht, schloß sich FDP-Fraktionschef Dr. Reinhard Binder an. Er zeige, dass die Verwaltung innovativ arbeiten könne.

Bestand gepflegt

Gespräch: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (mit Fachbereichsleiter Frithjof Look und Wirtschaftsförderer Frank Seeger) mit Karl-René und Hendrik Biel.

Gespräch im neuen Biel-Backhaus Barumstraße in Einbeck: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek (hier mit Fachbereichsleiter Frithjof Look und Wirtschaftsförderer Frank Seeger, v.r.) mit Karl-René und Hendrik Biel.

Froh, dass sie da geblieben sind: Bürgermeisterin und Wirtschaftsförderer über Biels-Backhaus-Beständigkeit.

Froh, dass sie da geblieben sind: Bürgermeisterin und Wirtschaftsförderer über Biels-Backhaus-Beständigkeit.

Eine wichtige Aufgabe von städtischer Wirtschaftsförderung ist die Pflege des Bestandes – das sich Kümmern im Rathaus um diejenigen Unternehmen, die am Standort Einbeck seit Jahren ihre Geschäfte betreiben. Und in diesem Fall viele Einbecker mit Brot, Brötchen und Kuchen versorgen. Vom jährlichen Osterklöben ganz zu schweigen. Die Delligser Bäckerei Biel war seit mehr als 20 Jahren mit einer Filiale im kleinen Gewerbegebiet an der Ecke Grimsehlstraße/Otto-Hahn-Straße präsent. Bis für die boomende nahe KWS der Zeitpunkt gekommen war, die Erweiterungspläne in die Tat um zu setzen. An der Stelle, wo einst Bäcker Biel (und Aldi und Getränkemarkt und mehrere andere) seine Verkaufsfläche hatte, steht mittlerweile eine 5600 Quadratmeter große, wuchtige Logistikhalle für die Aufbereitung von Zuckerrübensaatgut. Wohin mit der Bäckerei-Filiale? Mit einem Jahr Vorlaufzeit konnten sich Karl-René und Hendrik Biel ihre Gedanken dazu machen, am verkehrsgünstigen Standort am östlichen Stadtrand wollten sie gerne festhalten, auch wenn sie noch mit zwei weiteren Filialen (Marktstraße, Kohnser Weg) im Einbecker Stadtgebiet vertreten sind. Mit Unterstützung der Wirtschaftsförderung im Rathaus konnte die mittlerweile 20. Filiale der Delligser Traditionsbäcker fast am gleichen Standort bleiben, in der Barumstraße, wenige Hundert Meter nur vom alten Ort entfernt. Bei der Grundstückssuche für einen 120-Quadratmeter-Neubau war Wirtschaftsförderer Frank Seeger tatkräftig tätig, unterstützte die Biel-Brüder und sondierte mit ihnen gemeinsam mehrere Alternativen. Schließlich Barumstraße: Wo einst die 80-er Jahre Kultdisco Bierdorf stand, gibt es nach drei Monaten Bauzeit und Übergangsphase in einem kleinen Container seit wenigen Tagen frische Brötchen, Brot und manches mehr in der neuen Filiale, einem 10×12 Meter großen Industriehallen-Neubau. Das Grundstück für den Pavillon mit bodentiefen Fenstern, retro-stylischer Einrichtung und 30 Sitzplätzen konnten Biels vom nahen Autohaus Hermann erwerben, das seinerseits zurzeit den Standort aufwertet und auf der bisherigen Brachfläche zwischen Barumstraße und Kälbertalsgraben einen neuen Gebrauchtwagenplatz für maximal 150 Fahrzeuge baut. Biels freuen sich über ihr neues Backhaus, das das Einbecker Unternehmen Gerlach als Generalunternehmer erstellt hat. Die Wirtschaftskraft blieb also in der Region. „Wir sind froh, dass sie da sind“, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, „dass sie da geblieben sind.“ Die Rathauschefin überreichte Salz und Pfeffer mitsamt Einbecker Zeitreise-Lektüre als Willkommensgeschenk, als sie am Rosenmontag zum Biel-Besuch mit Fachbereichsleiter Frithjof Look und Wirtschaftsförderer Frank Seeger vor Ort war. „Frisch, jung, dynamisch, das passt zu Einbeck“, lobte Michalek das Biel-Engagement an der Barumstraße.

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Gleichstellung: Simone Engelhardt übernimmt

Simone Engelhardt. Foto: Stadt Einbeck

Simone Engelhardt. Foto: Stadt Einbeck

Interne Lösung für die Stelle der Gleichstellungsbeauftragten bei der Stadt Einbeck: Simone Engelhardt ist am Mittwoch vom Stadtrat auf die Position berufen worden, die seit dem Weggang von Sabine Möhle Ende Mai 2015 unbesetzt war. Die 49-Jährige, verheiratet und Mutter von zwei Kindern, ist bereits seit vielen Jahren im Fachbereich Zentrale Dienste Mitarbeiterin der Stadtverwaltung. Engelhardt habe sich im Auswahlverfahren gegen ein starkes Feld aus Mitbewerberinnen durchsetzen können, erklärte die Stadtverwaltung am Freitag zunächst via Twitter und auf ihrer Internetseite zu der Personalie. Die Position der Gleichstellungsbeauftragten war Ende vergangenen Jahres ausgeschrieben worden. Wie viele Bewerbungen eingegangen waren, wurde zunächst nicht bekannt. Mit der Besetzung durch Simone Engelhardt endet laut Stadtverwaltung ein lange Vakanz, die sich aus dem Weggang der bisherigen Gleichstellungsbeauftragten sowie einer Änderung der rechtlichen Voraussetzungen für kommunale Gleichstellungsbeauftragte im niedersächsischen Kommunalverfassungsgesetz ergeben hatte. In der Vergangenheit habe Simone Engelhardt bereits in Zusammenarbeit mit ihrer Vorgängerin an vielen Projekten zur Gleichstellung mitgewirkt, teilte die Stadt heute mit. Ab Montag steht sie während der Sprechzeiten (Montag bis Donnerstag, 10 bis 12 Uhr und nach Vereinbarung) als Ansprechpartnerin für alle Fragen der Gleichstellung im Neuen Rathaus zur Verfügung.

 

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Wahlprogramme-Check

Bevor jeder (hoffentlich!) am kommenden Sonntag seine Kreuze bei der Kommunalwahl macht (2161 Wahlberechtigte haben bis heute bereits ihre Briefwahlunterlagen angefordert): Ich habe mir, wie angekündigt, mal die Wahlprogramme der für den Einbecker Stadtrat antretenden Parteien und Wählergemeinschaften angesehen. Die einen sind eher übersichtlich und kurz, die anderen eher lang und ausführlich. Wobei das eine nicht schlecht und das andere nicht besser sein muss. Aber: Aus der Fülle der dort aufgeschriebenen Themen habe ich mir für meinen Wahlprogramme-Check die folgenden sechs herausgesucht, die nach meiner Meinung die Kommunalpolitik (ebenso wie diesen Blog) bereits beschäftigt haben (was man leicht herausfinden kann, wenn man das jeweilige Stichwort in die Suche eingibt) und dies in Zukunft auch weiterhin tun werden. Das ist selbstverständlich nicht repräsentativ, aber schneller lesbar als alle Wahlprogramme, deren komplette Lektüre ich natürlich jedem Wahlberechtigten nur als Herz legen möchte. Ein interessanten Vergleich unterschiedlicher inhaltlicher Aussagen (zu anderen Themen als in diesem Beitrag) bieten beispielsweise die „Wahlprüfsteine“ des Seniorenrates, die Antworten aller Ratsfraktionen sind hier zu finden. Eine Stadtratswahl wird nach Personen entschieden, aber zu einem großen Teil auch nach programmatischen Aussagen.

Schulen

SPD: Die SPD schätzt die Vielfalt und die große Motivation von Erziehungsberechtigen und Lehrern vor Ort und strebt den Erhalt aller Grundschulstandorte an. „Wir setzen uns für gut ausgestattete Schulen ein. Die Lehrkräfte müssen gute räumliche Möglichkeiten zur Vor- und Nachbereitung des Unterrichts haben. Nötig sind kindgerechte und inklusionsgeeignete Räume und Pausenhöfe. Schulkinderbetreuung muss verlässlich sein: Deshalb haben wir für alle Grundschulen die Ganztagsbetreuung durchgesetzt.“
CDU: Die CDU will die Entwicklung der Einbecker Schullandschaft in Abstimmung mit allen Beteiligten so gestalten, dass für alle Kinder ein ihrer Begabung gerechtes Bildungsangebot gemacht wird. Der Schulstandort Greene müsse dabei erhalten und auch weiterhin ein zentraler Anlaufpunkt für Vereine und Bürger bleiben. Es müsse auch weiterhin möglich sein, alle Schulabschlüsse in Einbeck zu erwerben. Die örtlichen Schulen müssen nach Auffassung der CDU baulich und organisatorisch so erhalten werden, dass ein guter Rahmen für eine gute Ausbildung gegeben ist.
GfE/Bürgerliste: Keine Aussage der GfE. Die Bürgerliste Kreiensen setzt sich laut Wahlprogramm für Standortsicherung und angemessene Ausstattung der Grundschulen und weiterführenden Schulen ein.
FDP: Die FDP fordert lernfördernde Klassenzimmer in allen Grundschulen – farblich gestaltet, mit Mobiliar nach pädagogischen Ansprüchen und Bedürfnissen und mit optimalerer Beleuchtung. In Ganztagsschulen sollen entsprechend ausgestattete Ruheräume für Schüler entstehen.
Grüne: Keine direkte Aussage, aber: „Förderung der Integration und der Inklusion“.
Die Linke: Wohnortnahe Schulen erhalten, kostenfreie Mittagsverpflegung für alle Kinder, kostenfreie Schülerbeförderung über die Sekundarstufe I hinaus gewährleisten.

Rathauskauf

SPD: Keine direkte Aussage. „Neue finanzielle Handlungsspielräume müssen für notwendige freiwillige Leistungen und Zwecke der sozialen Gerechtigkeit verwendet werden“, heißt es im Wahlprogramm. Die SPD hat im Stadtrat für den Rathauskauf gestimmt.
CDU: Keine Aussage. Die CDU hatte vehement gegen einen Rathauserwerb Front gemacht, mit einem Fragenkatalog im November 2015 den sofortigen Verhandlungsabbruch gefordert, informiert sie unter „Politische Initiative und Anträge“, und im Stadtrat gegen den Kauf gestimmt.
GfE/Bürgerliste: Der Kauf des Neuen Rathauses schaffe Monat für Monat Entlastung im städtischen Haushalt und damit neue Möglichkeiten. Die GfE habe den Erwerb auf den Weg gebracht, heißt es auf der GfE-Website mit einem so genannten Investitionsbarometer: Seit dem 1. März 2016 sei der Haushalt um 173.572,70 Euro entlastet worden (Stand heute).
FDP: Keine Aussage. Die FDP hat im Stadtrat gegen einen Rathauskauf gestimmt.
Grüne: Keine Aussage. Die Grünen haben im Stadtrat gegen einen Rathauskauf gestimmt.
Die Linke: Keine Aussage. Die Linke fordert eine Gemeindewirtschaftssteuer, die die Gewerbesteuer ersetzen und höhere Einnahmen für die Stadtkasse generieren soll, weil Freiberufler, Selbstständige und Vermieter einbezogen werden sollen.

Haus der Jugend

SPD: Das neue Haus der Jugend steht allen Kindern und Jugendlichen offen, heißt es im Wahlprogramm der Sozialdemokraten. „Die von uns geforderte Multifunktionshalle wird endlich entstehen. Und das Jugendgästehaus bekommt durch uns wieder eine Perspektive.“
CDU: Keine Aussage.
GfE/Bürgerliste: Keine Aussage.
FDP: Die FDP wünscht sich eine Verknüpfung mit anderen Trägern wie Jugendkirche Marie oder „Junge Linde“. Mit dem Haus der Jugend, einem Jugendgästehaus und einer Mehrzweckhalle in der Nähe des Schwimmbades und der Sportanlagen habe Einbeck beispielhafte Bedingungen für die Jugendarbeit.
Grüne: Keine direkte Aussage. Sie setzen sich für den Bau einer Mehrzweckhalle am Haus der Jugend ein, außerdem für die Neueinrichtung eines Jugendgästehauses.
Die Linke: Keine Aussage. Die Linke möchte öffentliche Freiräume und kostenlose Freizeitangebote für junge Menschen ausbauen.

Stadtentwicklung: Neustädter Kirchplatz, Möncheplatz & Co.

SPD: Das Projekt „Magistrale der Baukultur“ dürfe am Möncheplatz nicht halt machen, sondern vom PS-Speicher bis zum ZOB führen. Dafür, dass Baudenkmale erhalten, kontinuierlich gepflegt und energetisch saniert werden, „wir wollen dafür sorgen“, schreibt die SPD. „Kein neues Kuddelmuddel der Verkehrsführung in der Stadt“, propagieren die Sozialdemokraten. Die Sozialdemokraten sind für sorgfältiges Planen, „wobei sich bedarfsgerechte Möglichkeiten eröffnen können“. Zum Beispiel sei das Parkhaus am Brauhaus noch ein „Mauerblümchen“, es müsse attraktiver werden. Das Areal solle aus seinem „Dornröschenschlaf“ erwachen, sobald der Neustädter Kirchplatz für Aufenthalt, bedarfsgerechtes Parken und Veranstaltungen ansprechend gestaltet ist.
CDU: Die CDU ist für die Neugestaltung des Neustädter Kirchplatzes, man werde die „Magistrale der Baukultur unter Einbindung der Einbecker Bürger zum Aufleben verhelfen“, heißt es im Wahlprogramm.
GfE/Bürgerliste: Keine Aussage.
FDP: Laut FDP soll die „Magistrale der Baukultur“ (Tiedexer Straße) zur repräsentativen Verbindung von PS-Speicher und Möncheplatz werden. Im Rahmen verschiedener Förderprogramme sollen barrierefreie Veränderungen finanziert werden. Die FDP ist für ein Verkehrskonzept, das in erster Linie die Interessen der Autofahrer als meiste Besucher Einbecks berücksichtigt.
Grüne: Sie möchten Möncheplatz und Neustädter Kirchplatz mit reduzierter versiegelter Fläche und Anbindung an die Fußgängerzone neu gestalten. Das Förderprogramm für denkmalrelevante Gebäude soll fortgeschrieben werden. Die Grünen fordern eine unbürokratische Denkmalpflege. Sie sind für eine Beibehaltung der jetzigen bewährten Verkehrsführung.
Die Linke: Keine Aussage.

Musikschulen:

SPD: Keine direkte Aussage. Nur allgemein: „Musik, Theater, Stadtbibliothek – sie alle gehören zu unserer Stadt. Das soll so bleiben.“
CDU: Keine Aussage.
GfE/Bürgerliste: Keine Aussage.
FDP: Die FDP will mit Sicherstellungszuwendungen zum Erhalt der Mendelssohn-Musikschule beitragen, diese sei eine städtische Musikschule und solle es auch bleiben. Gleichzeitig sei genau darauf zu achten, dass andere private Musikschulen keine Wettbewerbsnachteile haben.
Grüne: Keine Aussage.
Die Linke: Keine Aussage.

Wirtschaftsförderung/Einbeck Marketing GmbH:

SPD: Für die SPD ist der Tourismus eine gesamtstädtische Aufgabe. „Wir dürfen Einbeck Marketing damit nicht allein lassen“, heißt es dazu im Wahlprogramm. Und die Wirtschaftsförderung müsse wieder zur Chefsache werden.
CDU: Keine Aussage.
GfE/Bürgerliste: Keine direkte Aussage. Die Bürgerliste Kreiensen möchte die „Nutzung aller Möglichkeiten zur Intensivierung des Fremdenverkehrs durch die Vernetzung aller Anbieter aus Betrieben, Landwirtschaft, Vereinen und Verbänden“ erreichen.
FDP: Die Stadtverwaltung muss laut FDP so aufgebaut werden, dass die Wirtschaftsförderung der einzige Ansprechpartner für Unternehmen ist und dem Unternehmer überflüssige Behördengänge abgenommen werden.
Grüne: Keine direkte Aussage. Allgemein fordern die Grünen eine Verbesserung der Werbung für Einbeck und eine Verbesserung des Internetauftritts Einbecks.
Die Linke: Keine Aussage.

Personalia: Stadtarchäologie, Kämmerei-Leitung

SPD: Keine Aussagen zu den genannten Personalien, aber: „Zwei Jugendpflegerstellen sind für uns unverzichtbar, da darf nichts weggekürzt werden, auch nicht im Bereich Kreiensen.“ Wirtschaftsförderung müsse Chefsache werden, fordert die SPD.
CDU: Keine Aussage.
GfE/Bürgerliste: Keine Aussage.
FDP: Keine Aussage.
Grüne: Keine Aussage.
Die Linke: Keine Aussage.

Anmerkung: Von der „Alternative für Deutschland (AfD), die in zwei von fünf Wahlbereichen in Einbeck mit jeweils einem Kandidaten antritt, war kein Programm mit lokalen Themen-Aussagen zu bekommen, auf der Website des Kreisverbandes ist keines verfügbar. Auch auf dem Marktplatz bei den traditionell üblichen Infoständen der Parteien habe ich an den Sonnabend trotz mehrfacher Versuche bislang keinen Vertreter der AfD angetroffen.

(Aktualisiert: 07.09.2016)

Kreuze auf großen Stimmzetteln

Gelb sind die Stimmzettel für die Ortsratswahl.

Gelb sind die Stimmzettel für die 25 Ortsratswahlen im Gebiet der Stadt Einbeck.

In wenigen Tagen, am 11. September, dürfen rund 27.000 Wahlberechtigte in Einbeck darüber abstimmen, wer in den nächsten fünf Jahren die 44 Sitze im Stadtrat und die Mandate in den 25 Ortsräten der Stadt Einbeck wahrnimmt. Außerdem, wie sich der neue Northeimer Kreistag zusammensetzt. Wer nicht bis zum übernächsten Sonntag warten möchte oder am Wahlsonntag zwischen 8 und 18 Uhr verhindert ist, kann seine Kreuze auf den verschiedenen, großen Stimmzetteln bereits vorher per Briefwahl machen, kann sich die Stimmzettel nach Hause schicken lassen. Oder aber kann direkt im Wahlbüro im Neuen Rathaus vor Ort wählen. Die Briefwahlunterlagen können schriftlich oder mündlich im Wahlbüro der Stadt Einbeck im Neuen Rathaus, Zimmer 107, beantragt werden. Im Wahlbüro können die Wahlberechtigten auch gleich vor Ort ihre Kreuze machen. Das Wahlbüro ist montags 8.30 bis 16 Uhr, dienstags 8.30 bis 16 Uhr, mittwochs 8.30 bis 12.30 Uhr, donnerstags 8.30 bis 18 Uhr, freitags 8.30 bis 12.30 Uhr (am 9. September bis 13 Uhr) geöffnet. Am Wahlsonntag selbst sind dann 512 ehrenamtliche Wahlhelfer in insgesamt 64 Wahllokalen im Einsatz, um die Stimmzettel auszugeben und am Ende die Stimmen zu zählen. In Einbeck sind 66 Wahlvorschläge zugelassen worden. Die Stimmzettel sind – wie bei Kommunalwahlen üblich – besonders groß, weil jeder zur Wahl stehende Kandidat auf dem Papier zu finden ist. Jeder Wähler kann seine Stimmen verteilen. Das macht die Auszählung am Ende besonders komplex und langwierig. Jeder Wähler hat bei jeder Wahl (Kreistag, Stadtrat und ggf. Ortsrat) jeweils drei Stimmen. Diese drei Stimmen können auf eine Liste vereinigt abgegeben werden (kumulieren), die drei Kreuze können aber auch auf dem Stimmzettel verteilt werden (beispielsweise zwei Kreuze für eine Liste, ein Kreuz für einen Bewerber, oder je ein Kreuz für drei verschiedene Bewerber), das nennt man panaschieren. Wichtig ist, dass auf einem Stimmzettel nicht mehr als drei Kreuze gemacht werden.

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Sofa-Sprechstunde

Rote Sofas im ersten Obergeschoss.

Hier wird die Bürgermeisterin-Sprechstunde stattfinden: Rote Sofas im ersten Obergeschoss des Neuen Rathauses.

Sie leuchten und sind unübersehbar. Sitzen kann man auf ihnen auch gut – hoffentlich nicht so gut, dass interessierte Bürger im Gespräch mit der Rathauschefin gar nicht wieder aufstehen mögen vom Roten Sofa im Wartebereich des ersten Obergeschosses im Neuen Rathaus… Am kommenden Donnerstag (28. Juli 2016) lädt Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek um 15 Uhr erstmals zu einer Bürgersprechstunde auf die zwei roten Sofas ein. Alle Interessierten sollen dabei Gelegenheit bekommen, ihre Fragen zu stellen oder ihre Anliegen zu erläutern. Maximal zehn Minuten soll ein Gespräch dauern, um möglichst viele zu Wort kommen zu lassen, heißt es aus dem Neuen Rathaus. Wer dabei sein möchte, kann sich vorab telefonisch unter 05561/916101 oder per E-Mail unter stadtverwaltung@einbeck.de anzumelden. So sollen möglichst keine Wartezeiten entstehen. Unverändert sei es weiterhin möglich, einen individuellen Gesprächstermin mit der Bürgermeisterin zu vereinbaren. Da bin ich ja mal gespannt, wie sich die Premieren-Sprechstunde zur Zufriedenheit vieler organisieren lässt, spätestens um 17 Uhr hat die Bürgermeisterin ihren nächsten Termin: Dann tagt der Gemeindewahlausschuss für die Kommunalwahlen im benachbarten Zimmer 107, und die Verwaltungschefin ist als Gemeindewahlleiterin unverzichtbar.

Im Rathaus tut sich auch sonst eine Menge, unter anderem sorgen die Maler nach 20 Jahren für einen frischen Anstrich in den Fluren der Stadtverwaltung. Neue Wegweiser-Schilder, neue Türschilder mit Stift, Informations-Bildschirme am Eingang, ePaper der Verwaltung – das alles ist Teil von „Rathaus 2020“, das mit dem Erwerb der Immobilie noch einmal mächtig Schub bekommen hat. Anfang des Jahres hatte die Bürgermeisterin ihre Verwaltung umgebaut, aus fünf wurden drei Fachbereiche. Weitere Personalien stehen an.

Nachtrag 28.07.2016: Großes Interesse, vielfältige Themen bei der Premiere der Sprechstunde auf den Roten Sofas. Im engen Takt fast unmittelbar bis zur Sitzung des Gemeindewahlausschusses tauschten interessierte Bürger die Plätze neben der Rathauschefin auf den neuen Sitzmöbeln, auf denen Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek erstmals die Bürgersprechstunde anbot. Die Termine waren im Vorfeld schnell vergeben, die Themen bunt – von der Straßenreinigung bis zu Anregungen reichte die Palette, die Michalek notierte. Bewusst niedrigschwellig solle das Angebot sein, mit der Bürgermeisterin direkt in den Dialog treten zu können, unverändert könne aber jeder Bürger Einbecks separat einen Termin bei ihr für ein Gespräch vereinbaren, betonte Michalek.

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