Trinkwasser in Kreiensen wird günstiger

Trinkwasser. Symbolbild

Die Stadtwerke Einbeck senken rückwirkend zum 1. Januar dieses Jahres die Trinkwasserpreise im Bereich der ehemaligen Gemeinde Kreiensen. Eine weitere Senkung kündigte Stadtwerke-Geschäftsführer Bernd Cranen für 2018 an. Unter dem Strich werde der Preis für die rund 2400 Kunden in Kreiensen dadurch um 17 bis 22 Prozent günstiger. Konkret sinkt der Kubikmeter-Preis in diesem Jahr von 2,56 Euro brutto auf 1,71 Euro brutto. Er liegt damit dann auf dem Niveau wie im übrigen Stadtgebiet von Einbeck. „Durch die stufenweise Angleichung der Wasserpreise wird ein weiterer Beitrag zum Zusammenwachsen der ehemaligen Gemeinde Kreiensen und der alten Stadt Einbeck getan“, sagte Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. „Die schrittweise Angleichung kommt durch die gefundene Vereinbarung auch ganz konkret ein spürbares Stück voran.“

Durch die Preissenkung ist laut Stadtwerke Einbeck sichergestellt, dass die verbrauchsabhängigen Wasserpreise in der Lieferzone 2 (ehemals Kreiensen) bis Ende 2021 auf dem jetzt festgelegten Niveau stabil bleiben, sofern keine gesetzlich vorgeschriebenen Erhöhungen oder Abgaben dazu kommen. Die Grundpreise (pro Zähler) werden von 5,83 Euro auf 7,06 Euro (bis 80 Kubikmeter) und von 7,60 Euro auf 9,13 Euro (bis 150 Kubikmeter) steigen, es gibt außerdem jetzt sechs statt drei Grundpreis-Stufen, unterm Strich bleibe aber für die Kunden eine Preissenkung, sagte Bernd Cranen.

Die Stadtwerke Einbeck freuen sich nach den Worten ihres Geschäftsführers, dass sich das Unternehmen mit Unterstützung des Wirtschaftsministeriums in Hannover mit der Eurawasser Betriebsführungsgesellschaft mbH und der Wasserver- und Entsorgungsgesellschaft Kreiensen mbH (WVEK) auf eine kundenfreundliche vertragliche Regelung einigen konnten. Seit 2016 bekommen die Haushalte in Kreiensen ihr Wasser aus Einbeck; an der WVEK ist die Stadt Einbeck mit 51 Prozent beteiligt. Nach der Entscheidung, das Trinkwasser auch in Kreiensen zu liefern, sei die Preisanpassung „ein weiterer Schritt für mehr Verantwortung in der Zuständigkeit unserer Stadtwerke“, sagte Aufsichtsratsvorsitzender Ulrich Minkner.

Senf, Salbei, Sülze

Ratsmitglied Albert Eggers (l.), Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek und Ratsmitglied Dirk Heitmüller mit dem neuen offiziellen Präsent der Stadt Einbeck für 90- und 95-Jährige in der Einbecker Kernstadt.

Wer in der Kernstadt von Einbeck lebt und 90 und 95 Jahre alt wird, bekommt zu seinem Geburtstag Besuch eines Ratsmitgliedes, das die offiziellen Glückwünsche der Stadt Einbeck zum Wiegenfest überbringt. Zwischen 70 und 80 Jubilare sind das pro Jahr, die von einem Mitglied der Gratulantengruppe des Stadtrates am Ehrentag besucht werden. In den Ortschaften gibt es eigene Regelungen und Geschenke. Der Stadtvertreter hat jetzt für Kernstädter ein neues Präsent dabei, eine Box mit Genuss und Gesundheit gleichermaßen. Eine schöne Geste zum Geburtstag, wie ich finde. Die bisher überreichte Geschenkkiste gibt es nicht mehr, stattdessen eine zielgruppengerechte Mischung aus altersadäquaten Produkten und Geschenke-Klassikern, von lokalen Unternehmen bereit gestellt, liebevoll verpackt von den Damen der Gesellschaft der Karnevalsfreunde Einbeck. Zwischenzeitlich hatten die Jubilare Blumen zum Geburtstag bekommen, seit 1. Juni gibt es das neue Präsent. Die Ratsmitglieder Antje Sölter, Dirk Heitmüller und vor allem Albert Eggers haben in den vergangenen Wochen dafür Sponsoren angesprochen, acht sind fest dabei (Einbecker Brauhaus AG, Einbecker Senfmühle, Fleischerei Breitzke, Sattler-Optik, Ilme-Apotheke, Rats Apotheke, St. Georg-Apotheke, Arbeiterwohlfahrt), mit Produkten wie Brillenputztüchern, Brauherren-Pils, Bonbons, Salbe, Probeessen-Gutschein oder Wurstdose. „Ich bin sehr dankbar dafür“, sagte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. Sie selbst besucht Jubilare zum 100. Geburtstag persönlich.

Gesund und Genuss geschenkt – das ist das neue Jubilar-Präsent für hochbetagte Geburtstagskinder in der Kernstadt.

Florierende Partnerschaft 26+4

Ehrennadel in Gold im Gasthaus Ludwig Ernst in Ahlshausen beim offiziellen Empfang der Stadt Einbeck für Wieselburgs Bürgermeister Magister Günther Leichtfried, die Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek überreichte.

Goldene Ehrennadel für Günther Leichtfried, Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek verliest die Urkunde.

Glückwunsch! Am Ende hatten alle dicht gehalten, die Überraschung war gelungen, selbst wenn Günther Leichtfried nicht gerade sprachlos war, aber dafür ist der 68-Jährige zu sehr erfahrener Politiker, bis 2013 saß er für die SPÖ im Landtag. Der Bürgermeister der Partnerstadt Wieselburg ist beim Besuch einer Delegation aus Niederösterreich in Ahlshausen auf’m Saale mit der Ehrennadel in Gold der Stadt Einbeck für seine außergewöhnlichen Verdienste um die Partnerschaft von Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek ausgezeichnet worden; im Gasthaus Ludwig Ernst findet traditionell der Empfang der Gemeinde statt. Einstimmig hatte der Einbecker Stadtrat die Ehrung in öffentlicher Sitzung am 17. Mai beschlossen – und seitdem vertraulich behandelt. Leichtfried ist seit 1997 Bürgermeister von Wieselburg, hat die Städtepartnerschaft in diesen zwei Jahrzehnten persönlich gestärkt und wesentlich geprägt. Vor allem in der Übergangszeit, denn Einbeck hat die Städtepartnerschaft mit Wieselburg von Kreiensen bei der Fusion 2013 geerbt. „Ohne deinen persönlichen Einsatz wäre es schwer geworden“, würdigte Michalek die Verdienste Leichtfrieds. Der dankte herzlich für die Ehrung, und dass Einbeck die seit 1987 mit Kreiensen bestehende Parterschaft anerkannt habe. Dadurch sei das Band zwischen Einbeck/Kreiensen und Wieselburg ein besonderes geworden, 26+4 sozusagen. Ohne große Probleme habe man den Übergang nach erstem Beschnuppern und weiterem Besuch hinbekommen, die florierende Partnerschaft habe jetzt ein anderes Gewand. Günther Leichtfried bedankte sich bei den vielen Menschen, die der Partnerschaft Leben eingehaucht haben und dies weiterhin mit viel Herzblut tun. Im Einbecker Rathaus sei dies vor allem Ralf Köhler, der habe die Partnerschaft aus dem Rathaus in Kreiensen sozusagen mit hinüber genommen.

Auch Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek betonte, dass es wichtig bleibe, die Städtepartnerschaft von Bürgern zu tragen, nicht allein von ihren gewählten Repräsentanten. Viele Vereine und die Feuerwehr vor allem im Bereich der ehemaligen Gemeinde Kreiensen erfüllen seit drei Jahrzehnten die Partnerschaft mit Leben, besuchen sich gegenseitig regelmäßig. Gemeinsame Themen kommen seit einiger Zeit hinzu, das Bier zum Beispiel (der 4000-Einwohner-Ort Wieselburg ist Bierstadt wie Einbeck), aber auch die Auto- und Mobilitätsbranche. Die offizielle Wieselburg-Delegation, die an diesem Wochenende in Einbeck ist, besteht aus 22 Stadt- und Gemeinderäten mit Partnern mit Bürgermeister Magister Günther Leichtfried an der Spitze. Außerdem sind auch Jugendfußballer des SC Raika Wieselburg auf Einladung des PSV Kreiensen zu Besuch, die 13 Jugendlichen tragen gegen die U14-Jugendmannschaft des FC Kreiensen/Greene ein Match um den „Bürgermeister-Ronny-Rode-Wanderpokal“ aus.

Bei einem einstündigen Arbeitsgespräch im Neuen Rathaus in Einbeck war unter anderem der „Wieselburger Zehner“ Thema, ein Geld-Gutscheinsystem, das auf Antrag der CDU ähnlich auch in Einbeck eingeführt werden soll. Außerdem stand für die Delegation aus Österreich ein Besuch in Fürstenberg (Schloss und Porzellan-Museum) sowie beim Verkehrssicherheitstag in der Einbecker Innenstadt auf dem Programm, bevor eine abendliche Naturscouts-Führung am Leinepolder mit anschließender Visite der Salzderheldener Heldenburg in Einbecks zweitgrößtem Ortsteil die Visite beendete. Über das dortige Malheur bei der Zufahrt sind die Gäste aus Österreich übrigens bereits bestens im Bilde, unter anderem durch den im Wieselburger Rathaus gerne gelesenen Einbecker Politikblog…

Gruppenbild vor der Brauerei-Besichtigung zum Auftakt des Wieselburg-Besuchs in Einbeck.

Ziel: Mehr Frauen in die Kommunalpolitik

Eunice Schenitzki (SPD), Gitta Kunzi (SPD), Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek, Dr. Marion Villmar-Doebeling (FDP), Gleichstellungsbeauftragte Simone Engelhardt, Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU), Christine Jordan (SPD), Antje Sölter (CDU) und Beatrix Tappe-Rostalski (CDU). Es fehlt Heidrun Niedenführ (GfE).

Gemeinsam und parteiübergreifend weibliche Sichtweisen und Fragestellungen der Einbecker Kommunalpolitik in der Öffentlichkeit verdeutlichen – das möchte in Zukunft das neue Frauenforum der Stadträtinnen in Einbeck. Auf bestimmte Themen wollen sich die Politikerinnen dabei bewusst nicht beschränken lassen, sondern die gesamte Palette in ihren Fokus nehmen. Die acht Frauen im Stadtrat haben mit Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt, Simone Engelhardt, die Gruppe gegründet, die sich regelmäßig treffen will, das nächste Mal im Oktober. Nur rund 20 Prozent aller Wahlvorschläge bei der jüngsten Kommunalwahl waren Frauen, bedauert die Gleichstellungsbeauftragte, es gibt acht Frauen bei 44 Ratsmitgliedern. Ziel des Frauenforums sei es deshalb, mit verschiedenen Aktionen das Interesse von Frauen und Mädchen an der Kommunalpolitik zu wecken und in der Öffentlichkeit das Bild von Frauen in der Politik ins Bewusstsein zu rufen. Schon beim ersten Treffen haben die Politikerinnen einige Ideen und Ansätze diskutiert, den Blick auf die Lebenssituation von Männern und Frauen, von Mädchen und Jungen zu schärfen und neue Akzente zu setzen. „Und Spaß gemacht hat es auch“, waren sich die Frauen einig. Frauen seien in der politischen Arbeit dialogorientierter, ihnen gehe es eher um die Sache als um Macht.

Gespräche, Mitteilungen, Meldungen – alles gleich?

Ich glaube, wir müssen da doch mal etwas sortieren. Und einige scheinen auch ein wenig Nachhilfe nötig zu haben. Ich hatte mich bereits am Abend der jüngsten Ratssitzung direkt und im persönlichen Gespräch darüber ausgelassen, und damit hätte es gut sein können. Aber weil der Quatsch jetzt sogar im offiziellen Protokoll der Stadtrat-Sitzung vom 17. Mai 2017 für jeden nachlesbar steht, möchte, nein muss ich mich hierzu doch noch mal zu Wort melden. Denn es gibt Unterschiede zwischen einem Pressegespräch, einer Pressemitteilung und einer Pressemeldung. Und wer politisch und beruflich damit zu tun hat, sollte diese Unterschiede kennen und die Begriffe richtig benutzen. Warum so pingelig, werden einige fragen? Weil es in Zeiten von zunehmendem Vertrauensverlust gegenüber Medien und Journalisten und von Fake- und Facebook-News schwer genug für „die Presse“ ist. Und weil wir Journalisten ja auch nicht einfach irgendwas Politisches daherschreiben, ohne uns der richtigen Begrifflichkeit zu befleißigen. Ein Verwaltungsausschuss ist nun einmal beispielsweise kein Verwaltungsrat.

Um was geht es? Um Tagesordnungspunkt Ö 35.2 (Anfragen von Ratsmitgliedern). Hier „Klarstellung zu einer Pressemitteilung“. Das allein ist schon doppelt falsch. Erstens war das, was da vermeintlich klargestellt werden soll, keine Pressemitteilung. Und zweitens hat ein einzelnes Ratsmitglied da nichts „klarzustellen“, wenn es ihn persönlich gar nicht betrifft. Es ist ihm unbenommen, seine Meinung zu sagen. Mehr aber auch nicht. Und der TOP „Anfragen“ ist dafür nicht unbedingt der richtige Ort. Im Protokoll heißt es: „Ratsfrau Hoffmann-Taufall bezieht sich auf die Veröffentlichung einer Pressemitteilung der SPD-Fraktion. Sie sei danach von Bürgern gefragt worden, ob es zuträfe, dass die Bürgermeisterin ohne Zustimmung der Politik verhandelt hätte und die SPD deswegen erwäge die Kommunalaufsicht einzuschalten. (…) Ratsfrau Hoffmann-Taufall befürchtet, dass von diesen Vorwürfen in jedem Falle etwas in den Köpfen hängen bleiben könne und bittet dies auch in der Presse deutlich klarzustellen.“ Nun ist es ja löblich, dass sich jemand schützend vor einen anderen Menschen stellen möchte, um ihn vor Schaden zu bewahren. Aber da geht so einiges durcheinander. CDU-Ratsfrau Heidrun Hoffmann-Taufall bezieht sich auf ein Pressegespräch, zu dem die SPD am 11. Mai 2017 in ihr Büro ins Alte Rathaus eingeladen hatte und in dem die Fraktions- und Parteispitze diverse Kritik an der Verwaltung und Bürgermeisterin äußerte. Eine Pressemitteilung wäre gewesen, wenn die SPD ihre Kritik selbst formuliert und auf ein Blatt Papier geschrieben an die Redaktionen verschickt hätte. So aber gab es ein Gespräch, an dem drei Medien-Vertreterinnen und -Vertreter teilgenommen haben. Und jeder hat dann anschließend darüber berichtet – was naturgemäß drei verschiedene Berichte ergibt, mit teilweise unterschiedlichen Schwerpunkten. Üblicher Medienalltag übrigens. Und völlig normal. Inhaltlich geht es in dem von Hoffmann-Taufall angesprochenen Sachverhalt um die Vermietung von Räumen der oberen Etage des Alten Rathauses an eine Werbeagentur; in dem Fall hatte die SPD Akteneinsicht genommen, weil sie meinte, die Bürgermeisterin habe die Politik nicht frühzeitig und richtig darüber informiert. Vom Einschalten der Kommunalaufsicht hat die SPD übrigens Abstand genommen, weil das ihrer Meinung nach an den abgeschlossenen Verträgen nichts mehr geändert hätte. Das habe ich auch so berichtet, und das konnte (und kann man weiterhin) hier nachlesen. Noch gravierender ist allerdings der letzte Satz Hoffmann-Taufalls im Ratsprotokoll dazu: Da befürchtet jemand, dass „etwas hängen bleiben könne“ und bittet, das in der Presse klarzustellen. Immerhin bittet. Das offenbart ein seltsames Verständnis von Pressearbeit – und von Pressefreiheit. Denn es hört sich so an (und das wäre dann Wasser auf die Mühlen von Verschwörungstheoretikern und Lügenpresse-Schreihälsen), als könnte da jemand (in diesem Fall die Bürgermeisterin und die Verwaltung) der Presse „die Wahrheit“ in den Block diktieren, was diese dann allgefällig nickend zu schreiben hat. Hoffmann-Taufalls Partei und Fraktion, die CDU, hat sich (übrigens ebenfalls in einem Pressegespräch) am 1. Juni 2017 öffentlich zu der Thematik zu Wort gemeldet. Dass dieser Termin erst mehrere Tage nach der Ratssitzung (und dem SPD-Pressegespräch) stattfand, dass die CDU nicht früher reagiert hat auf die SPD, alles das kann man ja nun bitte nicht der Presse zum Vorwurf machen.

Bereits Dr. Sabine Michalek hatte in ihrem „Bericht der Bürgermeisterin über wichtige Beschlüsse des Verwaltungsausschusses, sonstige wichtige Angelegenheiten und Beantwortung schriftlicher Anfragen“ zu Beginn der Ratssitzung am 17. Mai ausführlich zu dem Thema das gesagt, was sie sagen mochte und womit sie auf die SPD-Kritik reagieren wollte. Dass auch die Rathauschefin sich dabei falscher Begriffe bedient hat, ist allerdings ebenso ärgerlich. Schließlich hat sie früher beruflich mit Presse und Öffentlichkeitsarbeit öfter zu tun gehabt. Die SPD sei „mit einer Pressemeldung an die Öffentlichkeit“ gegangen. Nein. Siehe oben, es war ein Pressegespräch. Das ist nun einmal ein Unterschied.

Buslinie 230 nicht einfach preisgeben

Bushaltestelle bei KWS.

Auf der Grimsehlstraße unterwegs: die Linie 230 in Höhe Bushaltestelle bei KWS.

Die Stadt Einbeck spricht sich gegen die von der Ilmebahn GmbH beantragte Entbindung von der Betriebspflicht für die Buslinie 230 aus und wird eine negative Stellungnahme an die Landes-Nahverkehrsgesellschaft (LNVG) abgeben. Das hat der Stadtentwicklungausschuss des Stadtrates gestern Abend einstimmig beschlossen. Und auch der Landkreis Northeim sowie der Zweckverband Süd-Niedersachsen (ZVSN) teilten die Ansicht der Stadt Einbeck, sagte Bauamtsleiter Frithjof Look. Hoffnung also für die so wichtige Buslinie mit Haltestellen in Industrie- und Wohngebieten, die Einbeck-Zentrum mit dem Bahnhof Salzderhelden und weiter Vogelbeck und Northeim verbindet. Sie komplett mit Beginn der reaktivierten Schienenstrecke zwischen Einbeck-Mitte und Salzderhelden ab 10. Dezember 2017 aufzugeben, ist für viele kaum vorstellbar. Allenfalls eine Ausdünnung der Taktung, sobald parallel der Zug pendelt, könnten sich die meisten vorstellen, das sei von vorneherein ja auch klar gewesen, das wurde in der Debatte im Fachausschuss des Einbecker Stadtrates deutlich.

Atmosphärisch und kommunikativ hat sich in den vergangenen Tagen hinter den Kulissen einiges getan, Verbesserung tat hier auch dringend Not. Im nicht-öffentlichen Kreisausschuss des Northeimer Kreistages wie auch im Verwaltungsausschuss des Einbecker Stadtrates waren in dieser Woche hochrangige Vertreter der Ilmebahn persönlich anwesend, antworteten dort auf Fragen der Politik, berichteten den Sachstand der Reaktivierung. Besonders von der CDU war zuletzt immer wieder die „absolute Geheimniskrämerei“ kritisiert worden, wie es Beatrix Tappe-Rostalski am Donnerstag noch einmal sagte. Der Stadtrat hätte sich wohler gefühlt, wenn er rechtzeitig informiert worden wäre und wenn Ilmebahn-Vertreter dort schon Rede und Antwort gestanden hätten. Die CDU hatte die Unterrichtung in Kreisausschuss und Verwaltungsausschuss zum Thema gemacht. Vor allem der Unterschriften-Termin am Tag nach der Ratssitzung ist einigen bis heute übel aufgestoßen. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek erklärte im Ausschuss auf Nachfrage von Karsten Armbrecht (CDU) und Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU), sie sei über den am Tag nach der Stadtrat-Sitzung stattgefundenen Hannover-Termin nicht vorher informiert gewesen. Die Nachfrage Armbrechts, warum die Bürgermeisterin (die im Aufsichtsrat der Ilmebahn sitzt) als 30-Prozent-Beteiligung nicht zu dem Termin eingeladen war, blieb gestern offen. Sicher ist, dass sich der Aufsichtsrat der Ilmebahn mit der Materie in seiner Juni-Sitzung beschäftigen wird.

Die SPD hätte gerne in die Buslinien-Stellungnahme der Stadt Einbeck an die LNVG eine Formulierung eingebaut, dass alle grundsätzlich die Reaktivierung der Bahnstrecke Einbeck-Salzderhelden begrüßen. Am Ende konnten sich die Sozialdemokraten damit nicht durchsetzen, dieses Bekenntnis sei bekannt, selbstverständlich und inhaltlich am Thema vorbei, beschied die Mehrheit und auch die Verwaltung. Man solle jetzt nicht so überrascht tun, sagte SPD-Fraktionschef Rolf Hojnatzki, dass die Schienenverbindung für die Buslinie 230 nicht folgenlos bleiben werde, sei lange bekannt. Die Ilmebahn sei nur den formalen Schritt gegangen, zuständig sei der ZVSN, nahm Hojnatzki die Ilmebahn in Schutz. Er hatte die Angst, dass in Hannover falsch zum Ausdruck komme, dass die 230 so toll und wichtig sei, dass die Bahnstrecke dabei aus dem Auge verloren werde. Daher die Bekenntnis-Bitte. Wunsch müsse sein, so Hojnatzki, die Buslinie so lange (eingeschränkt getaktet) zu erhalten, bis die Zug-Durchbindung von Mitte bis Göttingen realisiert sei – und möglichst, bis der zusätzliche Haltepunkt Otto-Hahn-Straße bei KWS umgesetzt ist.

Wann dieser zusätzliche Haltepunkt jedoch Realität wird, ist derzeit völlig offen. Die Stadt ist mit dem Ausschuss-Beschluss jedenfalls aufgefordert, in ihrer Stellungnahme darauf hinzuweisen, dass der Haltepunkt notwendig ist. Die seit 2015 gewünschte Haltestelle bei KWS ist nicht mit in die Planungen einbezogen worden. An wem liegt das? Keine Antwort. Sie muss jetzt mit einem separaten Planfeststellungsverfahren umgesetzt werden, was jedenfalls KWS erst seit Herbst vergangenen Jahres bekannt ist. Vor 2020 dürfte das also nichts werden. Georg Folttmann, Leiter Logistik, Technology & Real Estate bei der KWS Saat SE, machte im Stadtentwicklungsausschuss unmissverständlich deutlich, dass Einbecks größter Arbeitgeber den öffentlichen Haltepunkt unverändert wolle – und bis zu einer Summe von 250.000 Euro auch bezahlen wolle. 20.000 Euro an Planungskosten habe man schon ausgegeben, bereits im September 2015 schriftlich erklärt, die damals genannte Summe für den Haltepunkt in Höhe von 50.000 Euro tragen zu wollen. Inzwischen habe der KWS-Vorstand auch für die aktuellsten Kostenschätzungen in Höhe von 250.000 Euro für den Haltepunkt signalisiert, diese übernehmen zu wollen. Dann sei aber auch mal Schluss. Das jüngste Ansinnen, die für das Unternehmen an der Grimsehlstraße so wichtige Buslinie 230 streichen zu wollen, habe KWS alarmiert. Sollte das der Fall sein, würden nicht wie immer versprochen die hoch frequentierten Stellen in Einbeck angebunden an den öffentlichten Nahverkehr. Folttmann: „Das wäre eine echte Katastrophe.“ Pendelnde und dienstreisende Mitarbeiter und Unternehmens-Besucher gleichermaßen könnten bei Wegfall der Buslinie 230 KWS so gut wie nicht mehr erreichen außer mit dem Auto oder zu Fuß vom Bahnhof Mitte. Die Verantwortung werde von Behörde zu Behörde geschoben, anscheinend gebe es keine Institution, die das Gesamtprojekt steuere, einen direkten Ansprechpartner im Wirtschaftsministerium zu bekommen, sei zäh und schwierig, ärgerte sich KWS-Mann Folttmann.

Schwellen und Schienen liegen neu am Bahnhof Einbeck-Mitte. Nächste Woche kommt der Schotterreinigungszug. Anschließend wird Schotter ergänzt und das Gleis ausgerichtet und gestopft, informiert die Ilmebahn via Facebook.

CDU: Warum gegeneinander?

Beatrix Tappe-Rostalski und Dirk Ebrecht.

Versöhnliche Töne von den Christdemokraten heute beim Frühstücks-Pressegespräch am Stammtisch im Hotel Hasenjäger in Einbeck: Warum, fragen sich CDU-Fraktionvorsitzender Dirk Ebrecht und Parteichefin Beatrix Tappe-Rostalski, werde im Stadtrat so viel gegeneinander agiert, vor allem aus Richtung der SPD? Die ständigen Schüsse gegen die Bürgermeisterin und ihre Verwaltung seien ermüdend, würden sich zudem oft im Nichts auflösen. „Das nervt nur“, sagte Ebrecht. Und bei Bauprojekten wie Neustädter Kirchplatz, Tiedexer Straße, Marktstraße oder Altes Rathaus seien nun einmal Konzepte notwendig, ohne die gehe es nicht. Eigentlich laufe es doch in Einbeck zurzeit gut, meinen die Christdemokraten. Das habe auch CDU-Altbürgermeister Wilhelm Dörge (95) wenige Wochen vor seinem Tode Anfang Mai der Bürgermeisterin bei einem Besuch bescheinigt, berichtete Ebrecht heute. Seit Beginn der neuen Wahlperiode (und der Überraschung von SPD und GfE/BL in letzter Minute gegen alle Absprachen, den Verwaltungsausschuss zu verkleinern, wie die CDU erneut erklärte) agiere jedoch die SPD-Fraktionsspitze im Stadtrat unter ihrem neuen Vorsitzenden Rolf Hojnatzki angefasst und überkritisch. Mit seiner Vorgängerin Margrit Cludius-Brandt habe man fraktionsübergreifend bei vielen Themen gut zusammenarbeiten können im Stadtrat, sagte Beatrix Tappe-Rostalski.