Bald Getränke im ehemaligen Aldi-Markt?

Es bleibt offenbar dabei: Der ehemalige Aldi-Markt in Kreiensen, der Ende Oktober 2016 trotz aller Stadtrat-Resolutionen und Ambitionen geschlossen wurde, soll in Zukunft vom benachbarten Rewe-Markt genutzt werden. Das hatte Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek bereits im August vergangenen Jahres im Stadtrat auf Nachfrage angedeutet. Wie Einbecks Bauamtsleiter Frithjof Look jetzt aktuell auf meine Anfrage erklärte, möchte Rewe den einstigen Aldi-Markt für den Getränkemarkt nutzen und den bestehenden Markt umgestalten. Ein Eröffnungstermin sei jedoch noch nicht bekannt.

Nachtrag 20.07.2017: Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hat über diesen Planungsstand gestern auch im Verwaltungsausschuss die Politik informiert, wie sie heute berichtete. Einen Termin gibt es weiterhin nicht, jedoch eine klare Aussage von Rewe, den einstigen Aldi-Markt nutzen zu wollen.

Ehemaliger Aldi-Markt steht leer, links der heutige Rewe-Getränkemarkt.

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Was wird aus dem Aldi-Markt?

Aldi-Markt in Kreiensen: Was wird aus der Immobilie nach der Schließung?

Aldi-Markt in Kreiensen: Was wird aus der Immobilie nach der Schließung? Archivfoto

Die volkswirtschaftlichen Appelle der Politik haben (nicht gänzlich unerwartet) nicht gefruchtet, der Aldi-Konzern zeigte sich zwar „sehr beeindruckt über die große Resonanz“, wie es in einem Schreiben von Ende April heißt, bleibt aber bei seinen betriebswirtschaftlichen Argumenten für die Schließung der Aldi-Filiale in Kreiensen zum 30. Oktober 2016, bedauert, bittet um Verständnis. Das hat der Stadtrat jetzt in seiner kommenden Sitzung am 1. Juni (17 Uhr, Altes Rathaus) auch noch einmal schriftlich vorliegen, hier hatte der Aldi-Konzern seine Entscheidung bereits Anfang März erklärt. Nach dem Einbecker Stadtrat mit seiner einstimmigen Resolution zum Erhalt des Marktes hatte sich zuletzt, auch in Namen von Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der niedersächsische Wirtschaftsminister in einem Brief an die Aldi-Verantwortlichen in Essen gewandt. Bei allem Respekt vor betriebswirtschaftlichen Gründen fühle er sich verpflichtet darauf hinzuweisen, dass sich die Versorgungssituation in der strukturschwachen Region nachhaltig verschlechtern werde, wenn Aldi in Kreiensen schließe, schreibt Olaf Lies (SPD). Der Wirtschaftsminister bittet in seinem Schreiben von Ende April um wohlwollende Prüfung von Alternativen. Und in der Tat ist das die eigentlich aktuell entscheidende Frage, denn am Aldi-Abzug wird niemand mehr etwas rütteln. Bleibt der Markt, in dem Aldi nur Mieter war, leer stehen? Oder gibt es Alternativen, wie die Verkaufsfläche künftig genutzt werden kann? Dazu wird die Rathausspitze direkt in der Ratssitzung sicherlich Aktuelles beisteuern, denn Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek hatte vor einigen Wochen bereits erklärt, die städtische Wirtschaftsförderung sei seit Ende Januar dieses Jahres bereits mit dem Immobilienbesitzer in Gesprächen.

Nachtrag 02.06.2016: Gegen die Schließung des Aldi-Marktes in Kreiensen zum 30. Oktober wird es zunächst keine weitere politische Initiative geben. CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Ebrecht fand im Einbecker Stadtrat keine Mehrheit dafür, neuen politischen Druck zu machen. Der Einbecker Stadtrat hatte sich im Februar mit einer Resolution gegen die Schließung des Aldi-Marktes in Kreiensen ausgesprochen. Ebrecht wollte das Aus nicht einfach „mit betrübten Gesichtern“ hinnehmen. Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek erklärte, die städtische Wirtschaftsförderung prüfe Alternativen für eine Nachnutzung des Marktes und sei aktuell „in recht positiven Gesprächen“. SPD-Fraktionsvorsitzende Margrit Cludius-Brandt will deshalb diese Kontakte abwarten, wie die Immobilie künftig genutzt werden könne.

Nachtrag 27.08.2016: Wenn der Aldi-Markt in Kreiensen schließt, wird „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ der benachbarte Rewe-Markt die frei werdende Fläche als Getränkemarkt nutzen. Das sagte Einbecks Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek am vergangenen Mittwoch im Einbecker Stadtrat auf Nachfrage von Ratsmitglied Beatrix Tappe-Rostalski (CDU). Für eine Nutzung als Getränkemarkt habe die Stadt eine mündliche Zusage von Rewe, allerdings noch nichts schriftlich.

Aldi-Alternative?

Einkaufen mitten in Kreiensen: Aldi- und Rewe-Markt liegen direkt nebeneinander.

Einkaufen mitten in Kreiensen: Aldi- und Rewe-Markt liegen direkt nebeneinander.

Die Wirkung von Resolutionen ist meistens überschaubar. Die Text-Appelle können politische Signale sein, Ausrufezeichen fürs Protokoll, dass man sich eine Entwicklung nicht gefallen lässt. Mit einer vom Verwaltungsausschuss einstimmig empfohlenen Resolution hat sich jetzt der Rat der Stadt Einbeck gegen die Schließung des Aldi-Marktes in Kreiensen ausgesprochen. Geschäftsleitung und Verwaltungsrat von Aldi Nord sowie die niedersächsische Landesregierung sollen sich mit der Situation des Aldi-Standortes in Kreiensen und seiner Bedeutung für die Menschen in der Region befassen, fordert der Stadtrat. Aldi sei in Kreiensen seit Jahrzehnten als Versorger präsent und beliebt. Der Stadt Einbeck hat Aldi Salzgitter bestätigt, dass der Markt mitten in Kreiensen spätestens zum 31. Oktober dieses Jahres schließen werde; die Mitarbeiter würden an anderen Standorten eingesetzt, heißt es. Als Grund für das Aus nannte Aldi der Stadtverwaltung, dass in dem Markt mit seiner aktuellen Größe die Ansprüche an das neue Filialkonzept langfristig nicht erfüllt werden können. Auf meine Anfrage hat sich der Aldi-Konzern bislang nicht zu seinen Plänen geäußert.

Der Aldi-Konzern hat der Stadt keine Hoffnung gemacht, an der Entscheidung noch etwas zu ändern, erklärte Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek. „Wir bemühen uns nach Kräften, die Schwächung durch aktive Akquise eines Alternativanbieters zu kompensieren.“ Die städtische Wirtschaftsförderung habe bereits im Januar Kontakt zum Eigentümer der Immobilie aufgenommen, um diese weiter zu nutzen. „Die Gespräche laufen derzeit“, sagte die Bürgermeisterin. Der Ortsrat Kreiensen unterstützt die Resolution und hat darauf hingewiesen, dass gerade der Verbund von Rewe und Aldi für Einkäufe in Kreiensen attraktiv sei. Wenn ein Markt schließe, könne dies auch eine Schwächung der Kaufkraft für den anderen bedeuten. Der Ortsrat appelliert eindringlich an die Bürger, den verbleibenden Markt nach Kräften zu stützen. Laut Stadtverwaltung hat der benachbarte Rewe-Markt erklärt, unabhängig von der Entscheidung von Aldi am Standort Kreiensen festzuhalten. Aber auch hier sollte man sich keinen falschen Hoffnungen oder Illusionen hingeben. Wie Aldi entscheidet Rewe als Unternehmen autark und eher nach betriebswirtschaftlichen als nach volkswirtschaftlichen Aspekten. Mit anderen Worten: Nur wenn die (Umsatz- und Ergebnis-) Zahlen stimmen, können Kunden künftig weiterhin einkaufen.

Nachtrag 01.03.2016: Der Aldi-Konzern hat sich heute auf meine Anfrage geäußert. Aldi habe den zum 30. Oktober 2016 auslaufenden Mietvertrag aus wirtschaftlichen Gründen nicht verlängert, erklärte ein Sprecher des Konzerns. „Wir können die Enttäuschung vieler Menschen über die geplante Schließung unserer Filiale in Kreiensen verstehen.“ Der Markt in Kreiensen entspreche jedoch „in der uns zur Verfügung stehenden Flächengröße und seinem bestehenden Erscheinungsbild langfristig nicht unseren innerbetrieblichen Vorgaben und Notwendigkeiten“. Es wären dringend hohe bauliche Investitionen am Standort Kreiensen vorzunehmen, erklärte Aldi Nord aus Salzgitter. „Aufgrund eines begrenzten und rückläufigen Umsatzes sind diese notwendigen Investitionen aber leider nicht wirtschaftlich darstellbar.“ Alle Mitarbeiter des Aldi-Standortes Kreiensen würden aber in benachbarten Aldi-Märkten weiterbeschäftigt. Die mit der Stadt Einbeck geführten Gespräche zur Klärung des Baurechts für einen Umbau seien von der Stadt Einbeck für den Standort Kreiensen auch positiv begleitet worden, so der Aldi-Sprecher. Letztlich habe man sich dennoch für eine Schließung der Filiale entschieden.