Kulturpforte öffnet später

Die Kulturpforte in Einbeck wird erst ein Jahr später als ursprünglich gedacht öffnen und Eintrittskarten von Kulturveranstaltungen an bedürftige Menschen mit geringem oder gar keinem Einkommen abgeben können. Ursprünglich war geplant, das Projekt in Einbeck bereits im Oktober vergangenen Jahres zu starten und ab Januar 2016 die ersten Tickets von Konzerten, Lesungen oder Theaterstücken abzugeben. Bereits in der jüngsten Ratssitzung Mitte Februar war Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU) auf Anfrage diese Verzögerung bestätigt worden. Weil ein Teil des zugesagten Fördergeldes fehle, hieß es von Fachbereichsleiter Dr. Florian Schröder zur Begründung. Von einigen Tausend Euro war die Rede, insgesamt sind für die Kulturpforte Einbeck rund 21.000 Euro notwendig, so war es jedenfalls angekündigt worden. In der gestrigen Kulturausschuss-Sitzung wurde nun – ebenfalls erst auf hartnäckige Nachfrage von Heidrun Hoffmann-Taufall – bekannt, dass es in Einbeck noch mehrere Monate dauern wird, bis wie in Göttingen die ersten Eintrittskarten an bedürftige Menschen vermittelt werden können. Immerhin aber: „Das Projekt ist durchfinanziert“, sagte Dr. Elke Heege aus dem Sachgebiet Kultur der Stadtverwaltung. Genaue Zahlen nannte sie nicht. Nachdem jetzt alle Anträge genehmigt seien, würden jetzt bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) die Vorbereitungen mit zwei Mitarbeitern in die heiße Phase gehen und in Kooperation mit der Kulturpforte Göttingen die Datenbanken aufgebaut und potenzielle Nutzer angesprochen, das seien sensible Daten und dafür sein „ein bisschen Vorlaufzeit“ notwendig. Start könne jetzt im Herbst sein, sagte Heege.

Ärgerlich finde ich nicht die Tatsache, dass ein gutes Projekt später als geplant startet, das kann immer passieren. Höchst ärgerlich finde ich allerdings, dass diese Verzögerung erst auf mehrfache Nachfrage eines Ratsmitgliedes öffentlich wurde. Hätte CDU-Frau Heidrun Hoffmann-Taufall gestern wie im Februar im Stadtrat nicht nach der Kulturpforte gefragt, wüssten wir wahrscheinlich bis heute nicht, dass es noch Monate dauern wird, bis die ersten Kultur-Tickets vermittelt werden können. Und auch meine nach der Ratssitzung gestellte Anfrage zu der Thematik wurde im Rathaus – höflich gesagt – ausweichend behandelt, niemand wollte sich äußern – oder tat es erst auf Nachfrage mit windelweichen Formulierungen, die keine Klarheit brachten. Klare Antworten auf meine klaren Fragen waren es jedenfalls nicht.

Ratsherr Rolf Hojnatzki (SPD) lehnte es gestern im Kulturausschuss übrigens ab, zu der Thematik etwas zu sagen. Er sitze im Ausschuss nicht als AWO-Vorsitzender, sondern für die SPD. Merkwürdig, dass er im gleichen Ausschuss im September vergangenen Jahres die Kulturpforte für Einbeck vorgestellt hatte, damals schien das kein Problem für ihn zu sein. Aber damals gab es ja auch positive Nachrichten zu vermelden. Schade, dass einigen Medien immer nur dann hilfreich und nützlich scheinen, wenn sie etwas zu verkünden haben.

Nachtrag 28.05.2016: Wie aus den Beratungsunterlagen für die nächste Kulturausschuss-Sitzung am 7. Juni hervor geht, wird der AWO-Ortsverein als Träger des Angebots in Einbeck spätestens zum 1. Juni Mitglied im Verein Kulturpforte Göttingen. Gegenwärtig werde bei der AWO „die Maßnahme technisch und inhaltlich vorbereitet“, das Projekt sei für die nächsten zwei Jahren finanziert, heißt es aus dem Rathaus, also für 2016 und 2017? Das steht dort leider nicht in der Beratungsvorlage, nur dass ab 1. August ein Bundesfreiwilligendienstleistender (BuFDi) den Aufbau der notwendigen Datenbank betreuen sowie Kartenakquise und -vermittlung in Zusammenarbeit mit ehrenamtlichen Helfern übernehmen werde. Ob die ersten Karten nun wirklich definitiv im Herbst vermittelt werden können, werden wir also eindeutig wieder erst in der Ausschusssitzung erfahren. Hoffentlich nicht wieder erst auf hartnäckige Nachfrage.

Nachtrag 07.06.2016: Wie Sachgebietsleiterin Dr. Elke Heege im Kulturausschuss berichtete, sollen die ersten Eintrittskarten im Herbst mit Beginn der neuen Spielzeiten vermittelt werden, derzeit werde die entsprechende notwendige Infrastruktur aufgebaut.

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