Wirtschaftsminister-Ingenieur

Wirtschaftsminister Olaf Lies im Porsche-Fahrsimulator auf der Grand-Prix-Strecke in Brasilien.

Wirtschaftsminister Olaf Lies im Porsche-Fahrsimulator des Einbecker PS-Speichers, unterwegs auf der Grand-Prix-Strecke in Brasilien.

Der Mann weiß, wovon er spricht. Wenn er über Motorräder, alte Autos und Maschinen spricht. Olaf Lies (48) ist Diplom-Ingenieur, der Wilhelmshavener hat Elektrotechnik studiert, während seiner Zeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Fachhochschule an mehreren Entwicklungsprojekten der Automobilindustrie mitgewirkt. Heute ist Lies Minister für Wirtschaft, Verkehr und Arbeit in Niedersachsen – und jedes Mal leuchteten bei seinem Besuch in Einbeck seine Augen, wenn er in der Ausstellung des PS-Speichers ein Fahrzeug entdeckte, zu dem er eine Verbindung hatte (etwa der goldene Achilles-Motorroller aus den 50-ern, dem ersten Fahrzeug seiner Schwiegereltern). Und das war öfter bei dem Mann der Fall, der als erstes Auto einen Opel Kadett C fuhr. Olaf Lies versprach, wieder zu kommen in die Erlebnisausstellung. Er habe noch nicht alles sehen können (was nicht allein an der 55-minütigen Verspätung des diesmaligen Einbeck-Besuchs lag). Der SPD-Politiker ist Mitglied im Kuratorium der Kulturstiftung Kornhaus, außerdem Mitglied bei den Förderfreunden und schon deshalb ein Fan des PS-Speichers. „Sie können sehr stolz sein, was Sie hier geschaffen haben“, sagte der Minister an die Adresse von Karl-Heinz Rehkopf und seinem Team, würdigte die 25-Millionen-Euro-Investition, die das Land gefördert hat. „Danke, dass Sie es in Niedersachsen gemacht haben.“

Olaf Lies (r.) mit Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel im "Ilmeblitz" auf dem Weg von Salzderhelden nach Einbeck.

Olaf Lies (r.) mit Ilmebahn-Geschäftsführer Christian Gabriel im „Ilmeblitz“ auf dem Weg von Salzderhelden nach Einbeck.

Zum zweiten Mal fuhr Wirtschaftsminister Olaf Lies mit dem „Ilmeblitz“-Triebwagen der Ilmebahn GmbH die 4,4 Kilometer von Salzderhelden nach Einbeck-Mitte. Anders als vor zwei Jahren, ließ der SPD-Politiker am Ende seiner diesjährigen Sommerreise keine Zweifel mehr aufkommen: „In zwei Jahren fahren wir planmäßig auf dieser Strecke.“ Rund acht Millionen Euro kostet das Projekt, die Bahntrasse für den regelmäßigen Personenverkehr zu reaktivieren: Schienen, Schotter, Weichen – alles wird neu. Der Wirtschaftsminister denkt schon weiter, wie er nach seinem Besuch der Erlebnisausstellung PS-Speicher in Einbeck sagte: Optimal sei eine wieder aktive Bahnstrecke, um das am 1. November eröffnende Hotel Freigeist, das Oldtimer-Museum und die im nächsten Jahr fertig gestellte, 750 Menschen Platz bietende Event-Halle mit dem Zug zu erreichen. Dass es einen Bahn-Haltepunkt zwischen Salzderhelden und Einbeck-Mitte am Firmenstandort der KWS Saat SE in Einbeck geben soll, sagte Unternehmensvertreter Georg Folttmann bei der von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Göttingen organisierten Abschluss-Veranstaltung. „Wir sind da dran.“

Welchen besseren Ort könne es geben, eine Mobilität-Reise zu beenden als im PS-Speicher in Einbeck, in der vor einem Jahr eröffneten Oldtimer-Erlebnisausstellung zur Geschichte der individuellen Mobilität mit bislang mehr als 75.000 Besuchern. „Alte Motorräder, alte Autos ansehen – das freut mein Ingenieur-Herz“, sagte Olaf Lies dann auch zufrieden. Zuvor hatte er im Porsche-Fahrsimulator souverän die Kurven gemeistert.

IHK-Diskussion als Abschluss: Uwe Schwarz MdL (l.), Dr. Florian Schröder mit Minister Olaf Lies im Victoria-Saal des PS-Speichers in Einbeck.

IHK-Diskussion als Abschluss: Uwe Schwarz MdL (l.), Fachbereichsleiter Dr. Florian Schröder (2.v.l.) mit Wirtschaftsminister Olaf Lies im Victoria-Saal des PS-Speichers in Einbeck.

Den für Verkehr zuständigen Minister treibt bei seiner viertägigen sommerlichen Reise quer durch Niedersachsen auf Straße, Schiene und Schiff eine Sorge um: „Mir fehlt die Aufbruchstimmung, wenn Verkehrsinfrastruktur gebaut wird“, sagte Olaf Lies. Viele würden nur die Bedenken sehen, wenn beispielsweise eine neue Straße gebaut werde. Bei Investitionen dürfe der ländliche Raum nicht vernachlässigt werden, nur so könne dieser an die Metropolen angebunden werden. Schließlich könnten und sollten nicht alle Menschen nach Hannover umziehen.

Zum Abschluss seiner Tour zur Verkehrsinfrastruktur hat der Wirtschaftsminister mit rund 50 Gästen in Einbeck über Infrastrukturprojekte in Südniedersachsen diskutiert. Gekommen waren vor allem Vertreter von Unternehmen, aber auch Bürgermeister und Bürgerinitiativen. Vize-Rathauschef Dr. Florian Schröder nutzte die Gelegenheit, beim Besuch aus Hannover für das Thema Breitbandversorgung zu werben, die virtuelle Mobilität des ländlichen Raumes. Der Minister machte jedoch wenig Hoffnung, dass zusätzliches Geld vorhanden sei, um das schnelle Internet in der Provinz fördern zu können.

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