Kaum Platz-Gewinn

Das wird noch dauern, bis der Neustädter Kirchplatz mal anders aussehen wird als heute.

Es wird noch dauern, bis der Neustädter Kirchplatz mal anders aussehen wird als heute. Das immerhin steht fest.

Natürlich weiß ich nicht, was sich der neue Fachbereichsleiter für Bauen, Planen und Umwelt während seiner ersten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung notiert hat. Zu beobachten war nur, dass sich Frithjof Look einige Notizen machte. Und zu hoffen ist, dass der neue Bauamtsleiter bei den während der Sitzung behandelten Sachstandsberichten zu Neustädter Kirchplatz und Möncheplatz aufgeschrieben hat, dass hier deutlich mehr Tempo nicht schlecht wäre. Nein, dass es notwendig ist! „Planung braucht Zeit – gute Planung vor allem“, hat Look an seinem ersten Arbeitstag gesagt, aber auch dass manche seit Monaten währenden Projekte nur noch eines Anstoßes bedürften. Hoffen wir mal beim Neustädter Kirchplatz und beim Möncheplatz auf Letzteres

Denn die der Politik vorgelegten Sachstandsberichte lassen das leider nicht erahnen. Die Erläuterungen während der Sitzung machten die Sache nicht besser. „Wir reden und reden darüber, ich sehe aber kein Vorankommen“, ärgerte sich dann auch Walter Schmalzried (CDU). Er könne die Ungeduld verstehen, gab Rolf Hojnatzki (SPD) zu Protokoll, aber man müsse eben Schritt für Schritt vorgehen. Doch: Wie viele Schritte sind es denn noch bis zum Ziel?

Woran es hakt? Nach Aussagen der Verwaltung müssen noch offene Fragen geklärt werden: Für das Kirchengrundstück auf dem Neustädter Kirchplatz liegt der Stadt noch kein Verkehrswertgutachten vor (was ich merkwürdig finde, schließlich wollte die Kirche auch schon an den einstigen Investor SEPA veräußern, da müsste doch ein solches Wertgutachten bereits erstellt und schnell zu aktualisieren sein). Auch die Verkehrsführung müsse erst noch mit mehreren beteiligten Behörden geklärt werden, was in Kürze geschehen soll (ist die Frage, wo der Verkehr den Platz überquert, nicht imgrunde auch noch Bestandteil des städtebaulichen Wettbewerbs, oder wird die für diesen bereits vorgegeben?). Erst danach könne mit dem entwickelten Anforderungsprofil für den Wettbewerb die Öffentlichkeit beteiligt werden (es soll eine Bürgerversammlung geben), danach soll dann eine Abstimmung mit dem Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege erfolgen. Ob hier nicht eine andere Reihenfolge angesichts der Vorgeschichte besser wäre, erst Denkmalpfleger, dann Öffentlichkeit, merkte Bernd Huwald (CDU) an. Der Einwand ist nicht abwegig.

Beim Möncheplatz ist wohl (auch) erst für 2016 mit einem städtebaulichen Wettbewerb zu rechnen, für das Jahr ist die Förderung der Kosten beantragt. Ein Grundsatz für diesen Wettbewerb lautet übrigens: „Gestalterische Zurückhaltung geht vor Inszenierung. Weniger ist mehr. Die Raumwirkung sollte wichtigstes Element der Selbstinszenierung des Möncheplatzes sein. Alle Elemente des Platzes brauchen Authentizität.“ Was auch immer die Planer-Prosa bedeutet, wird sicherlich nochmal Thema.

Und die Umgestaltungsmaßnahmen auf dem Möncheplatz in Einbeck haben wirklich noch nicht begonnen, selbst wenn Bauarbeiten dort in dieser Woche etwas anderes signalisiert haben: Die Stadt musste dort nur ihrer Verkehrssicherungspflicht nachkommen und hat lediglich den Bürgersteig erneuert. Die Sturzgefahr sei dort zu groß gewesen, hieß es im Stadtentwicklungsausschuss von Vize-Bauamtsleiter Bernd Müller auf eine Frage von SPD-Ratsherr Dirk Heitmüller.

Bauarbeiten auf dem Möncheoplatz. Aufnahme vom 05.05.2015

Nur den Gehweg erneuert: Bauarbeiten auf dem Möncheplatz in Einbeck. Aufnahme vom 05.05.2015

 

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