Feuerwehr-Mathematik

Blaulicht.

Blaulicht.

Das war schon eine Diskussion für Feinschmecker höherer Blaulicht-Mathematik: Als der Stadtratsausschuss für Feuerwehr und Katastrophenschutz gestern über den Haushalt 2015 diskutiert hat und dabei Abkürzungen wie ELW, TSF oder LF 10 Allrad durch den Sitzungssaal schwirrten, wobei dann noch Fahrzeuge mit Sperrvermerken haushalterisch gegen Neubauten von FWGH gegengerechnet wurden, konnten nahezu nur Insider folgen. Andere waren freilich auch nicht im Zuhörerraum. FWGH steht übrigens für Feuerwehrgerätehaus.

Nun wäre das alles kaum erwähnenswert, wenn es um die berühmten Erdnüsse gehen würde. Aber sowohl Blaulicht-Fahrzeuge als vor allem auch Neubauten von Feuerwehrgerätehäusern haben in diesem Bereich ganz schnell sechsstellige Summen, die in anderen Fachbereichen heftigste Diskussionen auslösen würden, ob sich die Stadt Einbeck das leisten kann und soll. Doch Feuerwehr ist Pflicht, keine Kür. Diskussion beendet.

Nicht ganz. Denn ein wenig befremdlich, wenn auch sicherlich formaljuristisch korrekt, ist es in der Tat, wenn ein Fachausschuss zunächst den Haushalt berät und Summen beschließt, die Detailplanung eines bereits begonnenen Gerätehausbaus in Wenzen (Gesamtkosten in zwei Haushaltsjahren: 513.500 Euro) dann jedoch im nicht-öffentlichen Teil beraten und beschlossen wird. Zwar wird auch dieser Beschluss letztlich durch die abschließende Behandlung im Stadtrat noch öffentlich, doch zumindest unelegant ist die Vorgehensweise. „Das kann’s nicht sein“, meinte dann auch Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste/GfE). Marcus Seidel (SPD) ist es zu verdanken, ein paar Details auch in der Debatte im öffentlichen Ausschussteil erfahren zu haben, weil er sich mit DIN-Normen und der Thematik auseinandergesetzt hat und es letztlich vor Weihnachten noch zu einem Lösungsansatz (Gerätehaus wird in Teilen kleiner als DIN-Norm, mindestens drei Meter kürzer, zwischen 45 und 60 Quadratmeter kleiner) gekommen ist, der 45.000 Euro einspart (und dadurch ein ELW Einsatzleitwagen ermöglicht wird). Was dann wieder zu Kritik führte, warum nicht alle Fraktionen hier eingebunden worden seien. Wahrscheinlich wäre das die höchste Feuerwehr-Mathematik. Und die ist erstrebenswert.

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Ein Gedanke zu „Feuerwehr-Mathematik

  1. Hallo Herr Bertram,

    vielen Dank für den Kommentar eines Beobachters des gestrigen Schauspiels.

    Es ist bedenklich, dass sich Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste/GfE) wiederholt beklakt über mangelnde Transparenz! Seit der Fachausschusssitzung 5/2013 über Bauausführung sowie Höhe und Aufnahme in die Finanzplanung 14/15 mit der Bereitstellung der Mittel ohne Gegenstimme sind Umfang/Art und Unterstützung bekannt!

    Was genau bezweckt Herr Frank-Dieter Pfefferkorn (Bürgerliste/GfE) als Fachausschussmitglied mit seines Ausführungen? Von Intransparenz kann keine Rede sein? Jeder Bürger kann im Ratsinformationssystem alle öffentlichen Unterlagen nachvollziehen. Wird sich nicht inhaltlich mit der Aufgabe eines Mitglieds des Fachausschuss beschäftigt, aber trotzdem aufgrund der zwingenden Notwendigkeit befürwortet und erst später hinterfragt?

    Nur mit einer riesigen Anzahl von Eigenleistungen seitens der Freiwilligen Feuerwehr Wenzen werden wie gestern durch Herrn Seidel treffend formuliert erhebliche Kosten eingespart / Ist das zeitgemäß und kann überhaupt in der heutigen Zeit verlangt werden? – es stimmt mich bedenklich, dass unerwartete Baupausen genutzt werden, um immer wieder Steine den Wehren bei wichtigen Projekte in den Weg geschmissen werden.

    … wahrscheinlich wäre das die höchste Feuerwehr-Mathematik. Und die ist erstrebenswert 🙂

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