Immer noch nichts Neues zum Palais

Einst preisgekrönt, seit Jahren nur noch öd und leer: der Neustädter Kirchplatz, im Hintergrund das Amtsgericht.

Einst preisgekrönt, seit Jahren nur noch öd und leer: der Neustädter Kirchplatz, im Hintergrund das Amtsgericht. Archivfoto

Die Zukunft des Projektes „Neustädter Palais“ des Investors SEPA dürfte sich vermutlich in der nächsten Sitzung des Verwaltungsausschusses am 23. Oktober entscheiden; Vertreter des Investors sollen bei dieser Sitzung des nicht-öffentlich tagenden Gremiums dabei sein, um direkt konkrete Auskunft geben zu können, waren sich die Fraktionen heute einig. Nachdem Baudirektor Gerald Strohmeier im heute tagenden Stadtentwicklungsausschuss ausführlich auf den seit Wochen so gut wie unverändert gebliebenen Status eingegangen war, kritisierten Vertreter aller Fraktionen den beim Investor offenbar fehlenden Drang auf Fortschritt. Die größte Geduld mit der SEPA zeigte dabei noch die SPD. Kritik freilich kam auch hier.

Die Stadt hat der SEPA in mehreren Punkten Unterstützung bei dem Projekt angeboten, bis zum 4. Oktober läuft hier eine Frist zur Rückmeldung. Im Juli habe die Stadt außerdem eine Auflistung noch abzuarbeitender Schritte dem Investor übermittelt, beispielsweise für einen zweiten Teil des Verkehrsgutachtens, sagte Strohmeier. Auch hier gebe es noch keine Rückmeldung.

Baudirektor Strohmeier antwortete heute auf den umfangreichen Fragenkatalog des CDU-Ratsherrn Bernd Huwald, der vor mehreren Wochen zu dem Projekt hart nachgefragt hatte: Der Stadt Einbeck liegt bis dato kein Bauantrag vor, wann dieser eingereicht werde, könne man nicht einschätzen, sagte Strohmeier heute. SEPA hatte ursprünglich für Juni angekündigt, den Bauantrag stellen zu wollen. Ebenso habe die Verwaltung weiterhin keine überarbeiteten Entwürfe der Planungen für das „Neustädter Palais“ vorliegen, ebenso kein modifiziertes Modell. Dementsprechend gebe es auch noch keinen Termin für eine angekündigte Bürgerinformations-Veranstaltung. In Sachen Parkplätze sei SEPA in Gesprächen mit den Stadtwerken wegen des nahen Parkhauses, konkrete Ergebnisse sind der Stadt aber noch nicht bekannt.

„Die Stadt darf sich nicht an der Nase herum führen lassen“, erklärte Bernd Huwald (CDU). Ein solches Investorenverhalten habe er in seiner langen beruflichen Zeit in der Immobilienbranche noch nicht erlebt. Ein gut kalkulierbarer, ernsthafter Partner sei SEPA offenbar nicht, das werde aus den Antworten des Baudirektors deutlich. Huwald sagte auch, es gebe drei potenzielle andere Investoren, die auf das Projekt aufspringen könnten, wenn die Stadt die Planungen freigeben würde.

Dr. Reinhard Binder (FDP) sprach von einem „Fiasko, das so nicht bleiben kann“; er hatte im Juli bemängelte, dass es nicht voran gehe. Auch Rolf Hojnatzki (SPD) kritisierte, dass es keinen Fortschritt gebe. Allerdings dürfe es sich die Stadt nicht zu einfach machen, für Einbeck „brennt nichts an“. Es gelte, alles auszuloten, ob und wie das Projekt fortgesetzt werde – und dann zu entscheiden. Das auf dem Tisch liegende Konzept sei nicht schlecht. Und man habe lange gebraucht, überhaupt jemanden zu finden, der auf dem Innenstadtplatz investieren wolle.

Investor SEPA hatte angekündigt und erste Planungen vorgelegt, für sieben Millionen Euro auf dem Neustädter Kirchplatz einen dreigeschossigen Neubau errichten und 3000 Quadratmeter zusätzliche Verkaufsfläche für zwei Handelsunternehmen (C&A und Drogerie Müller) im Herzen der Altstadt schaffen zu wollen.

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