Adel verpflichtet: CDU will Bernd von Garmissen als Landrat

Bernd von Garmissen will Landrat des Landkreises Northeim werden.

Bernd von Garmissen will Landrat des Landkreises Northeim werden.

Es kann in der Tat die Chance der CDU sein, die einzige vermutlich, die Landratswahl am 22. September zu gewinnen: Sie schickt einen Newcomer, ein politisch bisher unbeschriebenes Blatt ins Rennen gegen den erfahrenen Amtsinhaber Michael Wickmann (SPD). Jemanden, der unvoreingenommen an Menschen und Themen heran treten, seine berufliche, auf anderen Gebieten gesammelte Erfahrung und seine ganze Person in die Waagschaale werfen kann. Heute hat die CDU einen solchen Mann präsentiert: Bernd von Garmissen heißt er. Der 47-Jährige ist der einstimmig vom CDU-Kreisvorstand nominierte Kandidat für die Mitgliederversammlung der Christdemokraten am 20. Juni. Vier Tage später stellt die SPD offiziell ihren Kandidaten auf, ab dann ist der Wahlkampf drei Monate lang eröffnet.

Von Garmissen lebt auf dem Rittergut Friedrichshausen im Solling unweit von Sievershausen, ist aktiver Landwirt und Volljurist. Er komme zwar nicht aus dem politischen Alltag des Landkreises, sehr wohl aber aus der Mitte des Landkreises, sagt er. Der 47-Jährige ist Geschäftsführer des Landwirtschaftlichen Hauptverbandes Südniedersachsen in Göttingen und berät als solcher Landwirte zwischen Alfeld und Rosdorf, in der Universitätsstadt ist er außerdem Sozius einer Anwaltskanzlei. Er fühlt sich durch diese und andere Aufgaben gut verortet bei vielen Menschen im Landkreis Northeim. „Ich starte nicht von Null, aber auch nicht mit Jahrzehnten Erfahrung“, räumt er ein. Seit 1990 ist von Garmissen CDU-Mitglied, war bislang aber lediglich im Ortsvorstand Sievershausen aktiv. Ein politischer Mensch sei er sehr wohl. Ein entscheidungsfreudiger, manchmal ungeduldiger Mensch mit schneller Auffassungsgabe, der Menschen in deren Lebensbereichen gerne hilft – so beschreibt sich Bernd von Garmissen selbst.

Bewusst und überlegt habe er für sich die Entscheidung getroffen, zu kandidieren, noch einmal eine ganz neue und andere Herausforderung im Leben anzunehmen. „Ich möchte mich gerne für diese Region einsetzen“, sagt der 47-Jährige, dessen Familie seit Jahrhunderten verwurzelt ist am Sollingrand. „Und ja, ich will die Wahl gewinnen, sonst säße ich heute nicht hier.“ Wäre er vor 15 Jahren schon gefragt worden, er hätte damals wie heute Ja gesagt. Damals habe nur niemand gefragt, berichtet von Garmissen und lächelt sanft, vermutlich, weil alle dachten: der ist zu beschäftigt in anderen Gebieten. Jetzt hat die CDU gefragt.

Seit 800 Jahren ist das Rittergut Friedrichshausen bei Sievershausen im Solling der Sitz und Mittelpunkt der Familie von Garmissen. Von den 240 Hektar werden etwa 100 Hektar landwirtschaftlich genutzt. Auf dem Rittergut entsteht seit 2011 ein Ruhewald, der erste und bislang einzige im Naturpark Solling.

Bernd von Garmissen hat Agrar- und Rechtswissenschaften studiert, ist gelernter Landwirt und seit Mai Fachanwalt für Agrarrecht. 2001 promovierte er beim ehemaligen Präsidenten der Klosterkammer über „Landwirtschaftliches Grundvermögen in kirchlicher Hand“. Sechs Jahre lang war von Garmissen Mitarbeiter am Kirchenrechtlichen Institut der Evangelischen Kirchen Deutschlands (EKD) in Göttingen. Seit 2008 ist er Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Northeim, seit 2010 Vorsitzender der Forstbetriebsgemeinschaft Solling. Bernd von Garmissen ist Gesellschafter der Agrarbetriebsgemeinschaft Leine-Solling GbR und der Agrardienste Leine-Solling GmbH & Co. KG.

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