Wie erwartet: Kein Schulschluss in der Debatte

Dr. Reinhard Binder: Unwahre Behauptung der SPD.

Dr. Reinhard Binder: Unwahre Behauptung der SPD.

Dass beim Thema Grundschulen in Einbeck nach dem Drückeberger-Beschluss in der jüngsten Ratssitzung in der politischen Debatte noch nicht das letzte Wort gesprochen sein konnte, war zu erwarten. Immerhin soll ja auch in einer Schulausschuss-Sitzung im Juni weiter verhandelt werden; terminiert ist das Treffen bis dato noch nicht.

Nicht nur die SPD hat kurz nach der Stadtrats-Sitzung eine Pressemitteilung veröffentlicht, die wohl als Klarstellung verstanden werden soll. Die Sozialdemokraten hatten dabei auch als einen neuen Aspekt die durchaus berechtigte Frage gestellt und den Finger in die Wunde gelegt, warum denn die Bürgermeisterin mit ihrer Verwaltung nicht selbst eine klare Schließungsvorlage eingebracht habe. Offenbar sehe ja die Verwaltung einen schnellen Schließungsbeschluss selbst nicht als notwendig an.

Jetzt hat auch nochmal die FDP nachgelegt, Fraktionsvorsitzender Dr. Reinhard Binder mit einer umfassenden Mitteilung (Wortlaut: Schule15.5.13)

„Die Äußerung der SPD, die Bürgermeisterin habe zwischenzeitlich die Notwendigkeit eines Schulentwicklungskonzeptes erkannt, ist eine unwahre Behauptung“, erklärt der FDP-Politiker. Die heutige Bürgermeisterin Dr. Sabine Michalek sei bereits früher in die Schulentwicklungsplanung eingebunden gewesen, stellt sich der Liberale vor Michalek.

Im Falle der Grundschule Dassensen/Holtensen seien die Eltern schneller als die Politik, hätten ihre Kinder jetzt einfach dort angemeldet, wo der Bestand der Schule noch länger gegeben sei, schreibt Dr. Reinhard Binder – und hat damit durchaus Recht. Für die FDP ist die jüngste Ratsmehrheitsentscheidung (von SPD und GfE/Bürgerliste) „eine weitere Verzögerung einer klaren und unvermeidlichen Entscheidung zu Lasten der betroffenen Familien“. Und in die Überlegungen der Grundschulstruktur die Kernstadt-Grundschulen, explizit die Pestalozzi-Schule einzubeziehen, wie dies führende Sozialdemokraten täten, lehnt der FDP-Mann ab. Warum sagt Binder jedoch leider nicht.

Stattdessen fährt der Salzderheldener schwere Geschütze auf, wirft dem politischen Gegner Populismus und Ideologie vor, und integriert die Gesamtschule, eine von der FDP nicht geliebte Schulform, in die Debatte: „Nach dem Willen der SPD sollen einige Grundschulen künstlich erhalten werden. Bei den weiterführenden Schulen riskiert man aber mit einer geplanten Gründung einer IGS bei sinkender Schülerzahl Schulstandorte weiterführender Schulen in Einbeck, Greene, Bad Gandersheim und Dassel.“ Gemeint sind vor allem die Gymnasien, aber auch das Schulzentrum im Einbecker Ortsteil Greene.

Die Schulglocke ist sicherlich noch nicht erklungen, die Debatte wird fortgesetzt…

Nachtrag 16.05.2013, 18:30 Uhr: Das ging ja schnell: Heute Nachmittag bereits hat die Kernstadt-SPD die Behauptungen der FDP zurückgewiesen, die SPD stelle Kernstadt-Grundschulen zur Disposition (Wortlaut: KernstadtSPD). „An dieser Stelle helfen keine Panikmache und populistische Sprüche“, erklärte der Vorsitzende René Kopka.

Übrigens hatte gestern auch die KWS einen interessanten thematischen Beitrag zum Thema Schule geleistet: Prof. Heinz Günter Holtappels aus Dortmund hat mitreißend über „Gelingensbedingungen von Ganztagsschulen“ gesprochen. Mit seinen Aussagen mag der Mann sicher Recht haben, der Tagesablauf und der Unterricht müssen anders getaktet werden. Der Titel seines Vortrages aber ist wunderbarstes Pädagogen-Deutsch 😉

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Ein Gedanke zu „Wie erwartet: Kein Schulschluss in der Debatte

  1. Wenn die FDP mal allein die absolute Mehrheit kriegt, werden wir alle durch Schließungen von Schulen und Krankenhäuser mit goldenen Löffeln essen.
    Was ist eigentlich Neoliberalismus ?

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