Getränke am Kreisverkehr

Welche Auswirkungen die Vollsperrung durch die Kreisverkehr-Baustelle hat.

Einbecker Bierblog

Ist Vergangenheit: Kreisverkehr-Baustelle mit Vollsperrung vor der Tür. Ist Vergangenheit: Kreisverkehr-Baustelle mit Vollsperrung vor der Tür.

Bier zu verkaufen ist nicht einfach. Und wenn der Getränkemarkt dann durch eine Baustelle mehrere Monate lang extrem schlecht erreichbar ist, wird das Bier verkaufen nicht leichter. Von den Umwegen, die sich während der Bauphase auf mehrere Tausend Kilometer addiert haben dürften, ganz zu schweigen, die der Shuttle-Lkw-Verkehr zwischen der Verladehalle in der Brauerei an der Papenstraße und dem Logistikzentrum der Einbecker Brauhaus AG an der Hansestraße machen musste. Aufatmen daher bei den Verantwortlichen im Brauhaus, als der Kreisverkehr Hullerser Landstraße/Insterburger Straße gestern freigegeben wurde. Die Umleitungen haben ein Ende.

Froh und dankbar, dass die Vollsperrung der Hullerser Landstraße nach vier Monaten aufgehoben wird, sind Thorsten Eikenberg als Geschäftsführer und Marion Dietsch als Betriebsleiterin der Einbecker Getränke GmbH. Die Brauhaus-Tochtergesellschaft beliefert von dem Eckgrundstück Hullerser Landstraße / Insterburger Straße aus die Mehrheit der Einbecker Gaststätten und betreibt dort auch einen Getränkeabholmarkt…

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Ausgekreiselt

Freie Fahrt nach vier Monaten Bauzeit.

Freie Fahrt nach vier Monaten Bauzeit.

Auffällig war das schon. Zumal es in der Kommunalpolitik in Zeiten knapper Kassen so viele Gelegenheiten ja nicht mehr gibt, neue Straßen oder wenigstens Straßenabschnitte einzuweihen. Ohne Vertreter der Politik, des Einbecker Stadtrates, ist gestern der Kreisverkehr an der Hullerser Landstraße freigegeben worden. Kein Vorsitzender des Bauausschusses, überhaupt gar kein Ratsmitglied war beim symbolischen Durchschneiden eines Bandes in den Stadtfarben Rot und Gelb dabei oder beteiligt, andere „Offizielle“ dagegen in großer Zahl. Obwohl es die Politik war, die diesen neuen Kreisverkehr beschlossen hat. Rund 310.000 Euro hat der Kreisverkehr mit einem Durchmesser von 30 Metern und einer Fahrspurbreite von sechs Metern gekostet. Er ist der letzte Baustein des benachbarten, vor drei Jahren eröffneten Poser-Parks, dessen Investor an den Kosten beteiligt ist. Der Kreisel war Bestandteil der Vereinbarung mit dem Poser-Park-Investor; Marcus Schlösser durfte dann auch mit der Bürgermeisterin gemeinsam die erste Fachwerk-Fünfeck-Eiche in der Mitte des Kreisverkehrsplatzes pflanzen.

Wenn die Politik dabei gewesen wäre, hätte sie vielleicht auch den einen oder anderen kritischen Kommentar von Anliegern und Verkehrsteilnehmern hören können, die genervt waren von vier Monaten Umleitung und schwerer Erreichbarkeit einige Gewerbebetriebe. Aber das kann man ja nachholen…

Vielen waren beim Durchschneiden dabei, allerdings kein einziger Kommunalpolitiker des Stadtrates.

Vielen waren beim Durchschneiden dabei, allerdings kein einziger Kommunalpolitiker des Stadtrates.

Achtung, Abriss!

Die alte Leinebrücke wird abgerissen. Archivfoto

Die alte Leinebrücke wird abgerissen. Archivfoto

Der Landkreis Northeim hat heute für kommende Woche den Abriss der alten Leinebrücke zwischen den Einbecker Ortsteilen Olxheim und Garlebsen angekündigt. Seit September 2015 gibt es eine Behelfsbrücke, die endgültige Brücke ist in Planung, über die Brückenverbindung zwischen den Ortschaften hatte es im Sommer 2014 eine heftige politische Kontroverse gegeben. Die Kreisstraße 650 zwischen Olxheim und Garlebsen wird nun ab Dienstag, 4. Oktober, ab etwa 8 Uhr für den Verkehr voll gesperrt, informiert heute der Landkreis Northeim. Der Abriss werde voraussichtlich drei Tage dauern, freie Fahrt wäre dann auf der Strecke wieder ab Freitag, 7. Oktober. Da der Abbruch der 1951 gebauten Brücke in der Ferienzeit stattfinden wird, sollten Kinder von den Erziehungsberechtigten unbedingt auf die Gefahren durch umherfliegende Bauteile aufmerksam gemacht werden, warnt die Kreisverwaltung. Und bittet dringend, den Gefahrenbereich weiträumig zu meiden. Auch Paddler auf der Leine sollten die fraglichen Tage ebenfalls die Stelle meiden.

Wenn die Telefonleitung umgelegt ist, wird der Überbau abgerissen, informiert der Landkreis. Zunächst werden die Geländer, die Brückenkappen sowie der Fahrbahnbelag abgebrochen. Danach erfolge abschnittsweise der Abbruch der Haupt- und Querträger mit Großgeräten wie Hydraulik-Hammer und Betonschere, heißt es in der Info des Landkreises. Dabei kann es nach Mitteilung der Kreisverwaltung zu umherfliegenden Beton- und Stahlteilen kommen. Das Baufeld werde deshalb großzügig umzäunt, um niemanden zu gefährden. Die Höhe der Kosten für den Abriss nannte der Landkreis Northeim zunächst nicht, ebenso wenig, wann die neue endgültige Brücke gebaut werden soll.

neue Behelfsbrücke, rechts die alte Leinebrücke.

Seit September 2015 gibt es die neue Behelfsbrücke, rechts die alte 1951 gebaute, marode Leinebrücke.

Als Städte noch selbst Münzen prägten

Freude über Münzsammlung (v.l.): Dr. Elke Heege, Dr. Sabine Michalek, Andreas Wobst, Alexander Kloss, Dirk Heitmüller, Michael Pankalla, Walter Schmalzried, Margrit Cludius-Brandt, Dr. Ursula Beckendorf, Eunice Schenitzki, Gitta Kunzi.

Freude über Münzsammlung (v.l.): Dr. Elke Heege, Dr. Sabine Michalek, Andreas Wobst, Alexander Kloss, Dirk Heitmüller, Michael Pankalla, Walter Schmalzried, Margrit Cludius-Brandt, Dr. Ursula Beckendorf, Eunice Schenitzki, Gitta Kunzi.

Einbecker Reichstaler 1625.

Einbecker Reichstaler 1625.

Das waren noch Zeiten, mochten einige der Kulturpolitiker des Einbecker Stadtrates gedacht haben, als jetzt offiziell im Stadtmuseum weitere historische Münzen im Kabinett des Hauses präsentiert wurden. Früher konnten die Städte noch selbst ihr Geld produzieren und Münzen prägen. In Zeiten knapper öffentlicher Haushalte eine verlockender Gedanke: Was wäre, wenn das heute auch noch möglich wäre? Die jetzt gespendeten historischen Münzen sollten jedenfalls nicht mehr wie fast 25 Jahre lang im Tresor abseits der Öffentlichkeit verwahrt werden. Die 44 Münzen liegen jetzt in einer gläsernen Vitrine – und jeder Besucher des Einbecker Stadtmuseums kann die vor allem aus dem 17. Jahrhundert stammenden Taler, Groschen und Körtlinge genannten Alltagsmünzen betrachten. Die Volksbank Einbeck hat dem Einbecker Museum eine Münzsammlung gespendet, die sie selbst 1993 aus einem Nachlass erworben hatte. Damals habe die Bank eine eigene Sammlung aufbauen wollen, berichtet Vorstand Andreas Wobst, daraus sei aber nichts geworden. Damit die Münzen mit einem Bestandswert von circa 3480 Euro jeder sehen könne, habe die Volksbank das Münzgeld nun dem Museum übertragen. Dort gibt es bereits seit 1994 ein Münzkabinett, das 371 Einbecker Stadtmünzen und ihre Geschichte zeigt – und auch zahlreiche, sehr seltene Prägestempel, die in früheren Jahrhunderten eigentlich vernichtet werden sollten, um Missbrauch durch Neuprägungen zu verhindern. Aus der Volksbank-Sammlung stammen 36 Stadtprägungen aus Einbeck, acht Stadtprägungen aus Northeim. Das wertvollste Stück der Sammlung ist der Einbecker Reichstaler aus dem Jahre 1625, geprägt vom Münzmeister Hans von der Ecke. Außerdem befinden sich in der Volksbank-Münzsammlung einige Mariengroschen und die frühen Jahrgänge der Körtlinge und Reichsgroschen. Museumsleiterin Dr. Elke Heege dankte für die Sammlung, sie ergänze den vorhandenen Bestand ideal. Bereits vor 200 Jahren sei der Grundstock für die Münzsammlung der Stadt Einbeck gelegt worden, schon vor der Gründung des Einbecker Geschichtsvereins, deren Vorsitzende Dr. Elke Heege ist.

Den Reichstaler in der Hand (v.l.): Andreas Wobst, Dr. Elke Heege und Dr. Sabine Michalek.

Den Reichstaler aus dem Jahre 1625 in der Hand (v.l.): Andreas Wobst, Dr. Elke Heege und Dr. Sabine Michalek.

 

Grundschule Kreiensen: Anbau verzögert sich

Grundschule Kreiensen mit Protest-Plakat.

Grundschule Kreiensen mit Protest-Plakat. Archivfoto

Bis zum Beschluss gab es eine quälend lange Debatte, in welcher Form angebaut werden sollte in der von Raumnot geplagten Grundschule Kreiensen. Das Thema drohte zur nicht enden wollenden Geschichte zu werden. Im Mai hatte sich die Politik schließlich dafür ausgesprochen, für rund 820.000 Euro an der Stelle der heutigen alten Container in modularer Systembauweise vier Klassen- und zwei Gruppenräume zu bauen, außerdem eine barrierefreie, integrationsgerechte Unisex-Toilette. Ursprünglich sollten die Räume im Februar 2017 fertig sein. Doch jetzt kommen die zähen Mühen der Ausführungsplanung, die alles wieder verzögern. Die neuen Räume in der Grundschule Kreiensen werden erst rund ein halbes Jahr später als geplant zum Schuljahresbeginn 2017/18 für den Unterricht genutzt werden können. Grund für die Bauverzögerung ist ein noch ausstehendes hydraulisches Gutachten und eine wasserrechtliche Genehmigung, weil das Vorhaben in einem so genannten gesicherten Überschwemmungsgebiet realisiert werden soll. Warum das notwendige Gutachten nicht längst vorliege und die wasserrechtliche Genehmigung durch den Landkreis Northeim noch ausstehe, fragte Beatrix Tappe-Rostalski (CDU) in dieser Woche in der Schulausschuss-Sitzung. Die Expertise habe man erst Anfang September in Auftrag geben können, nachdem der endgültige Planungsentwurf für den Anbau festgestanden habe, erklärte Bauamtsleiter Frithjof Look. Das hydraulische Gutachten beschreibe die Einflüsse der Baumaßnahme auf den Hochwasserabfluss und biete Retentionsraum zum Ausgleich an. Erst mit dem vorliegenden Gutachten könne man beim Landkreis die wasserrechtliche Genehmigung beantragen, man sei aber bereits in Gesprächen. Parallel dazu werde auch die weitere Planung abgeschlossen und die Ausschreibung der Baugewerke vorbereitet, sagte Look. Klaus-Reiner Schütte (SPD) appellierte an die Verwaltung, den Termin nach den Sommerferien 2017 unbedingt einzuhalten, eine Verzögerung von einem halben Jahr müsse man nun schon hinnehmen. Dort, wo jetzt angebaut werden soll, standen ja bereits Container. Da dürfte dann doch einer zügigen Genehmigung des Landkreises nichts im Wege stehen, damit Kinder, Eltern und Lehrer nicht noch länger auf die dringend benötigten Räume warten müssen.

3000 Schritte mit Bewegungs-Begleiter

Nach dem Essen sollst Du ruhen, sagt der Volksmund – oder 1000 Schritte tun. Bei einem 3000-Schritte-Pfad durch Einbeck wären dann ja sogar schon die drei Hauptmahlzeiten des Tages abgedeckt. Aber Spaß beiseite. Der Schul- und Sportausschuss des Stadtrates hat einen CDU-Vorstoß unterstützt und einstimmig die Verwaltung beauftragt, mit möglichen Akteuren wie dem ESV und anderen Vereinen, dem Einbecker Bürgerspital und Ärzten sowie dem Lions-Club einen 3000-Schritte-Pfad in Einbeck als Beitrag zur Gesundheitsprävention zu entwickeln. Wobei die Frage erlaubt sein muss: Musste das sein? Gibt es im Rathaus nichts Wichtigeres zu tun? Bei aller grundsätzlicher Akzeptanz, dass Bewegung in jedem Alter positiv ist: Ist das Aufgabe von Kommunalpolitik vor Ort? Wo kann Politik konkret tätig werden?, fragte zurecht SPD-Fraktionschefin Margrit Cludius-Brandt im Ausschuss. Mehr als einen Arbeitskreis moderieren wird die Politik nicht können. Könnten sich nicht aber die vorhandenen Aktiven alleine vernetzen? Hein-Peter Balshüsemann erklärte als Vorsitzender des Seniorenrates und als Ehrenvorsitzender des größten Einbecker Sportvereins ESV, dass es im ESV wie auch in anderen Vereinen bereits zahlreiche Angebote gebe, „was wollen wir mehr?“. Man wolle auch Menschen ansprechen, die sich nicht gerne in Vereinsstrukturen engagieren, begründete Heidrun Hoffmann-Taufall (CDU) den Antrag ihrer Fraktion. 3000 Schritte pro Tag könnten Demenz vorbeugen. Nur wer sich ausreichend bewegt, bleibt lange fit und gesund. Bewegungsbegleiter sollten für Senioren ausgebildet werden, Einbeck könne zur gesundheitsförderlichen Kommune werden, so Hoffmann-Taufall. Bewegungsangebote wie der Garten der Generationen mit seinen Sportgeräten im Stiftsgarten seien ja leider aus Geldmangel nicht weiter verfolgt worden, entgegnete Balshüsemann. Gesundheit und Sport gehören zu den berühmten freiwilligen Leistungen, die sich eine unter dem Zukunftsvertrag zum Sparen verpflichtete Gemeinde nur bedingt leisten dürfe, machte die Verwaltung deutlich. Für den Lions-Club und den Niedersächsischen Turnerbund erklärte Lutz Voss, dass es bereits ein Projekt gebe („3000 Schritte gegen Demenz“) und der Lions-Club sei bereit, dieses vor Ort zu finanzieren und damit diejenigen zu erreichen, die in keinen Vereinen aktiv sind. Was soll jetzt also konkret die Verwaltung tun, die von der Politik beauftragt wurde?